06. Juli 1940

Vornehme Hochzeitsgesellschaft Wolfgang Heimbach
Wolf­gang Heim­bach, Vor­neh­me Hoch­zeits­ge­sell­schaft, 1637, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 07.2015.
[400706–1‑1]

S. am 6. Juli 1940.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Ganz froh bin ich wie­der. Freu­de und Jubel sind in mir. Will’s Gott, in acht Tagen um die­se Stun­de haben wir ein­an­der ver­spro­chen, Du! Und dann ist das Fest. Wir müs­sen uns den Ver­wand­ten wid­men, müs­sen alle unter einen Hut brin­gen, müs­sen auf­pas­sen, daß die Väter nicht stol­pern in der Rede — die Stun­den wer­den rasch ver­ge­hen — und dann, Lie­bes, Herz­lie­bes! fei­ern [sic] wir Hoch­zeit, dann ist[‘]s für uns Hohe Zeit, in Dei­nem Schloß, Dei­nem Käm­mer­lein, dann will ich Dich fest­hal­ten und den­ken, daß Du nun lan­ge, lan­ge immer bei mir bist, in die Arme wol­len wir ein­an­der schlie­ßen und hin­ein­träu­men in den ers­ten Tag unse­res gemein­sa­men Lebens.

Für die Zei­chen Dei­nes Gedan­kens sei schön bedankt. Heu­te kam nun etwa die fünf­te, die Feri­en betref­fen­de Anord­nung uns[e]rer kon­fu­sen Behör­de. Die Gro­ßen­Fe­ri­en [sic] begin­nen dem­nach am 15. Juli: Mon­tag­nach­mit­tag will ich zum Schul­rat — Don­ners­tag traf ich ihn nicht an — 2 Tage Urlaub will ich min­des­tens her­aus­schin­den, sodaß Du mit mei­nem Kom­men Don­ners­tag­abend spä­tes­tens rech­nen kannst. Augen­blick­lich schwe­ben Ver­hand­lun­gen zwi­schen S. und K., ob Tan­te G. ein­ge­la­den wer­den soll. Ihr war­tet bit­te mei­nen Bescheid ab und macht Euch bit­te dar­auf gefaßt, daß die­se Ein­la­dung dann ganz schnell erge­hen müß­te. Sonst erreich­te mich kei­ner­lei Nach­richt, auch von den Sol­da­ten nicht. Von Hau­se erhal­te ich mor­gen einen Brief. Es ist ein so herr­li­cher Tag heu­te. Ich will nun gleich ein­mal hin­aus, ihn mir bese­hen und von die­sem Mus­ter für nächs­ten Sonn­abend Bestel­lung auf­ge­ben. Für Sonn­tag­vor­mit­tag bleibt es bei dem Kirch­gang.

Ich wen­de nicht erst noch um. Ich will mei­ne Freu­de aus­füh­ren. Mei­ne Gedan­ken sind immer bei Dir. Gott behü­te Dich! Freue Dich mit mir, Herz­lie­bes!

Ich lie­be Dich! Ich lie­be Dich von gan­zem Her­zen! Du! Lie­bes!

Bald wer­de ich bei Dir sein! Dein [Roland].T&Savatarsm

Bit­te grü­ße die lie­ben Eltern.

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