30. April 1942

[420430–1-1]

[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 30. April 1942.

Herzenss­chätzelein! Geliebte! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Nun hausen wir schon einige Stun­den im neuen Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschlafen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich mußte doch noch sooo lieb Dein denken! Ach Herzelein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­haben müssen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit meinem neuen Arbeit­splatz bin ich zufrieden. Die Mor­gen- und Vor­mit­tagssonne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den heißen Tagen willkom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­lich­er her­auf in das Klap­pern der Schreib­mas­chine und das Kritzeln der Fed­er (das ist zusam­men mit dem Gek­lin­gel des Tele­fons der Schlacht­en­lärm der Schreib­stube). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vorteil, daß wir ungestörter arbeit­en kön­nen – den Nachteil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neugierig. Weit­er­lesen!

30. April 1942

[420430–2-1]

Don­ner­stag, am 30. April 1942

Herzenss­chätzelein! Geliebtes treues Herz! Mein lieb­ster [Roland]!

Nach­mit­tags um 3 Uhr ist es jet­zt. Ich bin nun fer­tig mit mein­er Arbeit im Hause; fer­tig für heute. Schon alles rei­negemacht habe ich, weil große Wäsche bevorste­ht; damit wir uns nicht so zu über­anstren­gen brauchen. Wir wer­den wohl Sonnabend Son­ntag waschen, – der 1. Mai wird dies­mal am 2. Mai gefeiert – da ist Mut­ter frei und Papa muß Küchenchef spie­len! Ich bin ja bloß ges­pan­nt, ob wir da etwas zu essen bekom­men, oder wird er so lang kosten, bis nichts mehr übrig ist! Weit­er­lesen!

29. April 1942

[420429–1-1]

[Saloni­ki] Mittwoch, den 29. April 1942

Herzelein! Geliebte, Geliebte! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Nun kann ich doch noch zu Dir kom­men trotz Umzugs­drasch [: Umzugshek­tik] – ich bin näm­lich Läufer heute – das ist mir ger­ade recht – [das] sind doch gle­ich für vier schöne Stun­den – ganz allein für mein Schätzelein reserviert! Du!!! Weit­er­lesen!

26. April 1942

Welthauptstadt germania 07
Film­mod­ell der Großen Halle (auch Ruhme­shalle oder Volk­shalle) mit dem Großen Beck­en, Teil der Ausstel­lung Mythos „Ger­ma­nia“ und „Tem­pel­stadt“ Nürn­berg im Nürn­berg­er Doku­men­ta­tion­szen­trum Reichsparteitags­gelände (7.04.2011 — 11.09.2011), Bild: Kater­Bege­mot, 2.05.2011, CC-BY-3.0 Unport­ed Attri­bu­tion Lizenz, 06.2017.

[420426–1-1]

[Saloni­ki] Son­ntag, den 26. April 1942

Herzelein! Mein liebes teures Weib! Meine [Hilde]!

Ein Son­ntag will wieder zu Ende gehen. Der näch­ste ist nun schon ein Maien­son­ntag. Früh­ling und Maien wird wieder. Aber in wessen Herz es nicht Früh­ling und Maien ist, den stimmt das Blühen und Froh­sein ring­sh­er [sic] nur trau­riger. Und ein Herz voll Sonne und Glück über­strahlt auch den dunkel­sten Win­tertag. Weit­er­lesen!

25. April 1942

[420425–1-1]

[Saloni­ki] Sonnabend, den 25. April 1942

Geliebte! Herzelein! Meine [Hilde]! Mein geliebtes Weib!

Nun strahlt sie mir zurück die Sonne Dein­er Freude, Deines Glück­es! Geliebte! So mächtig und strahlend, so groß und reich – spiegelt alle große unendliche Liebe, die Du mir bewahrst – oh Geliebte! [Das] Kün­det mir, dass ich Dich beglück­en kann – daß große, tiefe Liebe uns bewegt. Du! So strahlend und sieghaft und gewiß leuchtet mir Deine Liebe! Oh Herzelein! Du! Du!!! Unser Glück! Seg­ne es Gott! Weit­er­lesen!