14. Februar 1942

[420214–2-1a]

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Sonnabend, am 14.II. 1942.

Herza­ller­lieb­ster mein! Du lieber, lieb­ster [Roland]!

Es ist vor­mit­tags 10 Uhr, Her­zlieb! Eben war der Post­bote da, er brachte mir 2 Briefe von Dir. Ach Du! Ich habe mich doch soo sehr gefreut! Herzelein!! Nun weiß ich wieder, wo Du weilst und was Du treib­st. Ich habe mir doch so viel Gedanken gemacht um Dich, Du! Gestern war ich zweimal auf dem Post­amt, habe gefragt nach Post. Nichts. Um 1 [Uhr] mit­tags war noch kein Zug von Chem­nitz her­aus! Auf allen Lin­ien stockt der Verkehr. Die Briefträger sind gestern gar­nicht zum Aus­tra­gen gekom­men. Weit­er­lesen!

14. Februar 1942

[420214–1-1]

Wien, den 14. Febr.[uar] 1942

Herza­ller­lieb­ste, Geliebte mein!

Zuerst muß ich Dir von ganzem Herzen danken für Deinen lieben Brief. Heute mor­gen gegen 11Uhr war meine Nach­frage auf dem Post­amt nicht vergebens. Herzenss­chätzelein! Wie fein und lieb es doch ist, daß  Du mich nun mit Deinem Boten wiederge­fun­den hast – ach Schätzelein, daß ich mich wieder ganz fest umfan­gen weiß von Dein­er treuen Liebe – sie ist ja immer mit mir, aber nun braucht sie nicht erst irre zu gehen. Weit­er­lesen!

13. Februar 1942

Pieter Bruegel the Elder - The Tower of Babel (Vienna) - Google Art Project - edited.jpg
Der Turm­bau zu Babel, 1563, von Pieter Bruegel der Ältere, ursprünglich aus dem Google Art Project., Geme­in­frei, Link

[420213–1-1a]

Wien, den 13. Feb­ru­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Auf dem toten Gleis, so kommt man sich hier vor, abgestellt. Ach, wie manch­er, der jet­zt so bös mit dran muß, wün­schte es sich vielle­icht so. Es ist eben kein Men­sch zufrieden mit dem, was er ger­ade hat. Und wir soll­ten es doch sein, ganz zufrieden und dankbar. Oh ja, ganz zufrieden und dankbar. Weit­er­lesen!

11. Februar 1942

[420211–1-1]

Wien, den 11. Feb­ru­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste mein!

Nun ist Dein Bub wieder ein richtiger Wel­tenbumm­ler, steigt ganz ledig und frei und allein in der Welt umher – und ist doch Dein Bub, ganz Dein Bub! Du weißt: Du kannst ihn ganz allein in die weite Welt schick­en, in alle Winde – er bleibt Dir treu, er ist Dein! Ach Herzelein, Du! So wie ich weiß, so gewiß, daß Du – Du mein treulich wartest, immer! Schätzelein! Ich bin doch sooo froh und glück­lich daß ich Dein Bub bin, Dein Man­ner­li!!! Und ich füh­le immerzu das Band, das ich nach mir ziehe, wo ich auch bin, an dessen anderem Ende Du bist, mein geliebtes Weib – das Band uns[e]rer Liebe ist es, Herzenss­chätzelein! Weit­er­lesen!

Veröffentlichungstempo bzw. -lücken

Von 2013 bis 2015 wurde jew­eils genau 75 Jahre nach Versenden des Briefes geblog­gt: T&S, Band I bis III (1938–40). Mit Rolands Ein­tritt in den Krieg im Herb­st 1940 (2015) sind jedoch die Anzahl und Länge der Briefe der­art gestiegen, dass ab Sep­tem­ber das Veröf­fentlichung­stem­po nicht mehr gehal­ten wer­den kon­nte.

Es dauerte zwei Jahre (2016 bis 2017), das Jahr 1941, Band IV (2017), abschließen zu kön­nen. Bis Ende 1941 sind jet­zt mit nur kleinen Aus­nah­men (siehe Edi­torische Bear­beitung 2.3. Aus­nah­me­fälle) fast alle Briefe nun­mehr veröf­fentlicht.

Es wird wohl noch mal zwei Jahre dauern, um das näch­ste Jahrgang zu bloggen. Deswe­gen ist der Blog für 1942  für 2018–19 geplant und zurzeit noch als lück­en­haft zu ver­ste­hen. Amerikanis­che Fas­sun­gen von aus­gewählte Briefen aus 1938 bis 1940 sind eben­falls für 2018 geplant.