Bergerson, Das Sich-Einschreiben

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Andrew Stuart Ber­ger­son, Kan­sas City


Ers­ter Auf­satz zu Hil­de und Roland

Hier­in wird gezeigt, wie Hil­de und Roland sich in ihrer jun­gen Bezie­hung und Ver­lo­bungs­zeit 1938–40 in eine NS-Zukunft ‘ein­ge­schrie­ben’ haben und in ihren Lie­bes­brie­fen mit sich, Gott, Eltern und dem Füh­rer ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis auf­ge­bau­ten.
Sie­he: Andrew Stuart Ber­ger­son, T&S Mit­her­aus­ge­ber, “Das Sich-Ein­schrei­ben in die NS-Zukunft: Lie­bes­brie­fe als Quel­le für eine All­tags­ge­schich­te der ‘Volks­ge­mein­schaft.’” In: Der Ort der “Volks­ge­mein­schaft” in der deut­schen Gesell­schafts­ge­schich­te, her­aus­ge­ge­ben v. Det­lef Schmie­chen-Acker­mann, Mar­lis Buch­holz, Bian­ca Roitsch, Karl H. Schnei­der, Chris­tia­ne Schrö­der, Pader­born: Fer­di­nand Schö­ning, 2018, S. 223–41.

17. Januar 1942

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Sonn­abend, am 17. Janu­ar 1942.

Mein gelieb­tes teu­res Her­ze­lein! Herz­al­ler­liebs­ter mein!

Nun kann ich mich zu Dir set­zen und Fei­er­tag hal­ten. Die Uhr zeigt ½ 2 [Uhr], die Mut­ter und der Vater sind im Kel­ler, um Kar­tof­feln aus­zu­le­sen – wir haben heu­er viel schlech­te [Kar­tof­feln]. Ich bin eben fer­tig mit auf­wa­schen und auf­räu­men. Nun brau­chen wir heu­te nur noch zu baden, dann kann es Sonn­tag wer­den!

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14. January 1942

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Diens­tag, am 14. Janu­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li!

Du! [Es] ist doch heu­te mor­gen ein lie­ber Bote von Dir ange­kom­men! Ach – wie habe ich wie­der herz­klop­fend gestan­den und gewar­tet, Du!!! Und mit zit­tern­den Hän­den öff­ne­te ich Dei­nen Brief und sah zuerst nach dem Schluß, Du! Ob da nicht stün­de: Ich kom­me, ich kom­me! Her nein, Her­ze­lein! Es stand etwas and[e]res am Schluß! Auch etwas ganz Schö­nes und Lie­bes!! Du! Etwas klein Geschrie­be­nes vom Man­ner­li „Ich küs­se Dich, Du! Auf‘s Mün­de­lein! Und auf‘s Her­ze­lein! Darf ich denn das? Du!!!

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13. Januar 1942

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Diens­tag, am 13. Janu­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes Herz, Du! Mein [Roland]!

Ach Du! Da habe ich nun ges­tern, am Mon­tag nicht geschrie­ben, weil ich erst ein­mal abwar­ten woll­te, was Du mir nun schrei­ben wirst über Dei­nen Urlaub. Und es kam kein Brief, Du! Ach Her­ze­lein! Du!! Weißt? Ich bin bei mir so fest über­zeugt nun, daß Du kom­men wirst. Ich weißt auch nicht, was mich so gewiß macht. Ich glau­be ein­fach ganz fest, Du kommst. Du! Ich glau­be ganz fest dar­an!

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13. Januar 1942

[420113–1-1]

Diens­tag, den 13. Janu­ar 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Her­ze­lein! Du!!! Du!!!!! Denk nur, heut[‘] abend hat das Man­ner­li sei­nen Urlaub in der Tasche! Mei­nen Urlaub – dei­nen Urlaub – unse­ren Urlaub – Du! Du!!! Gelieb­te!

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