28. Februar 1940

[400228–1-1]

S. am 28. Feb­ru­ar 1940.

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe liebe [Hilde]!

Mittwoch ist. Du streckst mir Deine liebe Patsch­hand herüber, Her­zliebes, und ich kön­nte nicht bis zum Sonnabend warten, Dir die meine zu reichen. Sei her­zlich bedankt für Deinen Brief. Du! Lieberes kön­nte mir nie­mand schreiben. Daß Du Dich an mich lehnst und mir Dein Herz schenkst, Herza­ller­lieb­ste, macht mich unsag­bar glück­lich. Weit­er­lesen!

26. Februar 1940

[400226–2-1]

O., am 25. Feb­ru­ar 1940

Herza­ller­lieb­ster, mein lieber, lieber [Roland]!

Ein her­rlich­er Son­ntag ist heute, mit soviel Son­nen­schein und blauem Him­mel. Ach Du! Nun wird bes­timmt richtiger Früh­ling — wie ich mich freue, dieses Jahr — ich kann es kaum noch erwarten, bis ich wieder mit Dir hinein­wan­dern kann in die schöne, blühende Welt. Du!, wie die Vögel heute schon zwitsch­ern und große, weiße Wolken ziehen am Him­mel lang. Ich habe eine lange Weile am Fen­ster ges­tanden und ihnen zuge­se­hen. Weit­er­lesen!

22. Februar 1940

[400222–1-1]

S. am 21. Feb­ru­ar 1940

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Vielle­icht habe ich Dich in Ver­legen­heit gebracht vor deinen Eltern, ich wollte doch nicht schreiben. Aber ich mußte mein Herz erle­ichtern, und nun ich die Zeilen in deinen Hän­den weiß, ist mir auch wirk­lich leichter. Man soll kein ängstlich­er Rech­n­er und Geizhals sein im Leben. Doch ohne Rechen­schaft geht es auch nicht, und um den richti­gen Kurs zu hal­ten, muß man auch Rück­wärts blick­en. Wir fra­gen auch son­st allen­thal­ben, ob es sich gelohnt hat. Weit­er­lesen!

12. Februar 1940

MolotovRibbentropStalin
Abschluss der Deutsch-Sow­jetis­ch­er Grenz- und Fre­und­schaftsver­trages am 28. Sep­tem­ber 1939. Der Ver­trag wurde am 11. Feb­ru­ar 1940 über­ar­beit­et. Quelle: U. S. Nation­al Archives & Records Admin­is­tra­tion, geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 02.2012.
[400212–2-1]

O., am 11. Feb­ru­ar 1940

Herza­ller­lieb­ster, mein lieber, lieber [Roland]!

Sel­ten froh und voll inner­er Glück­seligkeit bin ich heute. Ich bin es doch son­st nur so, wenn Du bei mir bist, Lieb­ster.

Du bist es, der mich so sehr glück­lich macht, Du! Daß wir uns fan­den — daß Du mein bist — daß wir uns einan­der beschenken dür­fen mit unser­er großen Liebe, die wir so lang schon bere­it hiel­ten, — kein­er soll und darf uns daran hin­dern — Du!, vor diesem Geschehen ste­he ich ergrif­f­en und erlebe es wun­der­gläu­big. Um die Liebe muß etwas sel­ten Wun­der­sames, Schönes sein, so dachte und glaubte ich immer, wenn ich darüber las oder nach­dachte. Weit­er­lesen!

09. Februar 1940

S. am 9. Feb­ru­ar 1940.

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Henri de Toulouse-Lautrec 014
Hen­ri de Toulouse-Lautrec, Die bei­den Fre­undin­nen, 1894, geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 02.2015.
[400209–1-1]Deine Fre­undin. Ein­mal hab ich Dich gefragt, ob Du mir (ein­mal) etwas über deine Fre­undin schreiben wollest. Heute kann ich es sagen, es geschah mit Vorbe­dacht. Ich wollte deine Urteils­fähigkeit auf die Probe stellen und wollte sehen, nach welchen Wert­maßstäben Du den Dir nah­este­hen­den Men­schen beurteilst. Soviel ich mich besinne, bist Du dem aus­gewichen. In deinem zweit­en Brief an mich klagst Du mir ja, daß die Fre­undin Dich nicht ver­ste­ht. Also war sie schon damals keine wahre Fre­undin. Frauen haben ein starkes Bedürf­nis sich mitzuteilen und anzu­ver­trauen, Mäd­chen zumal in der Zeit, da sie mit dem starken Geschlecht Bekan­ntschaft machen. Weit­er­lesen!