24. Juli 1939

[390724–2-1]

O., am 24. Juli 1939.

Mein lieber, lieber [Roland]!

Für Deinen lieben Brief meinen her­zlich­sten Dank, und vor allem auch Dank für die schö­nen Bilder! Du hast mich sehr erfreut damit.

Denke nur, Deine Eltern haben mir gestern zur gle­ichen Zeit geschrieben, eine schöne Karte vom H.. Sie erwarten Dich am Dien­stag erst, dann sieh nur zu, daß Du Ein­laß find­est, wenn Du schon heute, Mon­tag ankommst!

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21. Juli 1939

[390721–1-1]

L. am 21. Juli 1939.

Meine liebe, liebe [Hilde]!

Mit Deinem Brief und Dein­er Über­raschung hast Du mir eine recht große Freude bere­it­et. Nun kommt mir erst die rechte Ferien­freude. Ferien mit Dir, Lieb­ste, die Hälfte aller Tage, so Gott will, werde ich mit Dir ver­leben! Ich bin Dir so dankbar für die Über­raschung, für Dein liebes Geschenk, Du! Bis heute war ich noch unentschlossen, ohne recht­en Plan. Weit­er­lesen!

19. Juli 1939

[390719–2-1]

O., am 19. Juli 1939.

Mein lieber [Roland]!

Während ich hier im unheim­lich schwülen Zim­mer sitze, tür­men sich am Him­mel finst[e]re Wolken; jet­zt erhebt sich der Wind, und er wirbelt den Staub hoch bis an meine Fen­ster — die ersten Tropfen fall­en und nun strömt der Regen hernieder. Wie wohltuend die küh­le, reine Luft meine Stirn umschme­ichelt. Wenn das Wet­ter nur nicht so heftig wird. Weit­er­lesen!

14. Juli 1939*

T&Savatar[390714–1-1* unvoll­ständig]

L. am 14. Juli 1939.

Meine liebe [Hilde]!

Diese Woche ist mir schnell ver­gan­gen. Ich habe jeden Tag Dein­er gedacht, aber nicht so ungeduldig wie vorige Woche. Ist es, weil wir am Son­ntag uns so lieb hat­ten, oder ist es, weil wir hof­fen dür­fen, uns bald wiederzuse­hen? Auf der Heim­fahrt — sie ver­lief ganz plan­mäßig — betrübte es mich, daß wir es dulden müssen, wie uns der Zug Kilo­me­ter um Kilo­me­ter, Hal­testelle um Hal­testelle auseinanderfü[hrt], Dich weit nach West­en, mich nach Süden, bedrück­te mich auch der Gedanke, wie Pflicht und Beruf die Glieder ein­er Fam­i­lie, die zusam­men sich so gut helfen und stärken kön­nten, auseinan­der­reißt in Ferne und Fremde, wo nun jedes einzeln viel schw­er­er seinen Mann ste­hen muß. Weit­er­lesen!

13. Juli 1939

[390713–2-1]

O., am 13. Juli 1939.

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Auszug aus dem Brief
Auszug aus dem Brief

Mein lieber, lieber [Roland]!

Nach zwei glück­lichen Tagen lag am Son­ntagabend vor unseren Blick­en wieder unser Abschied­sort, die große Dres­d­ner Bahn­hof­shalle mit ihrem bun­ten Has­ten und Treiben. Wenn wir dann durch den drän­gen­den Strom der Reisenden glück­lich durch die Sperre hin­aus nach den Bahn­steigen gelan­gen, wartend beieinan­der ste­hen bis das Sig­nal zum Ein­steigen ertönt, dann drängt sich alles Empfind­en, alles was so wichtig scheint und noch gesagt sein muß, auf die Lip­pen — und was ist es am Ende, was wir uns noch sagen? Weit­er­lesen!