31. August 1938

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O., am 31. August 38.

Lieber Herr [Nord­hoff]!

[I]ch bin am Son­ntag wieder gut zu Hause ange­langt. Doch nicht so froh und unbeschw­ert als ander­mal. Sie mußten es ganz gewiß auch spüren; es ist seit dem Abschied etwas zwis­chen uns getreten, etwas Dun­kles, Fremdes. Ich quäle mich die ganze Zeit mit dem Gedanken, daß ich es war, die den Mißk­lang hinein­brachte in unser[e]n Abschied, durch mein vor­eiliges Han­deln auf dem Bahn­hof. Und ich weiß, daß ich Sie betrübte; denn Ihre Augen lügen nicht. Bitte, verzei­hen Sie mir das, es war bes­timmt nicht bös[‘] gemeint. Es fällt mir so schw­er, in allem Ihr Gast zu sein. Weit­er­lesen!

25. August 1938

Monster4711, Warnschild, Maul- und Klauenseuche, Kreismuseum Syke, 13 May 2012, herunterladen http://de.wikipedia.org/wiki/Maul-_und_Klauenseuche, Juli 2013

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23.8.38

L. am 25.8.38

Liebes Fräulein [Laube]!

Ihre Auf­nah­men haben mir viel Freude gemacht, am lieb­sten behielt ich sie alle. Die Bil­dauss­chnitte sind gut gewählt, nur ein Bild hat zuviel leeren Him­mel. Die Stel­lun­gen sind durch­weg lebendig — Frauen ver­ste­hen sich doch immer bess­er ins rechte Licht zu rück­en!— und wenn ich nicht wüßte, wem Sie so voll Liebreiz gesessen (Mod­ell sitzen) und zugelacht haben, ich würde tat­säch­lich eifer­süchtig. Weit­er­leit­en!

21. August 1938

Auszug aus "Mermen and Capricorn," Miscellanea Astronomica, Rome, 15th century, Bibliotheca Apostolica, herunterladen von http://de.wikipedia.org/wiki/Steinbock_(Tierkreiszeichen) Juli 2013

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21.8.1938

O., am 21.8.1938.

Lieber Herr [Nord­hof]!

Die Ein­rich­tung, daß mich Ihre lieben Zeilen Son­ntags erre­ichen, finde ich sehr lieb von Ihnen; es ist dann dop­pel­ter Feiertag für mich. Es ist heute wieder mal ein unverbesser­lich­er Regen­tag und ich mache mich daran, Ihnen zu schreiben[,] ehe die Fre­undin kommt. An solchen Tagen ist sie mein treuster Kam­er­ad.

Allem voran möchte ich Ihnen die Mit­teilung machen, v[on] der Sie hof­fentlich eben­so erfreut sind wie ich: Wir kom­men nicht, [sic] Sie besuchen! Das wird für den, der die Zusam­men­hänge nicht ken­nt, abson­der­lich klin­gen. Vielle­icht muß ich mich auch ego­is­tisch schel­ten. Weit­er­lesen!

18. August 1938

Auszug aus "Mermen and Capricorn," Miscellanea Astronomica, Rome, 15th century, Bibliotheca Apostolica, herunterladen von http://de.wikipedia.org/wiki/Steinbock_(Tierkreiszeichen) Juli 2013

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16.8.38

18.8.38

Liebes Fräulein [Laube]!

Vie­len Dank für Ihre lieben Zeilen. Ich muß richtig­stellen: Ganz ein­sam bin ich nicht mehr. Es ist jemand, der sich um mich küm­mert. Sie ken­nen diesen Jemand. Der Gedanke an diese liebe Per­son, daß ich ihr alles schreiben und mit­teilen kön­nte, daß sie mir bleibt nach dem Ver­lust, sie [sic] haben mich leichter tra­gen lassen, das dür­fen Sie glauben, sie [sic] haben mir auch die Verpflich­tung aufer­legt, über dem gegen­wär­ti­gen Schmerz nicht die Sorge um die Zukun­ft und die eigene Gesund­heit zu vergessen. Weit­er­lesen!

14. August 1938

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O., am 14. August 1938.

Lieber Herr [Nord­hoff]!

Heute früh erhielt ich Ihren Brief. Die Nachricht vom Heim­gange Ihrer lieben Groß­mut­ter hat mich erschüt­tert. Wie uner­forschlich sind doch Gottes Wege. Sie haben alle die furcht­baren Stun­den miter­lebt, macht­los dem Schick­sal gegenüber. Und für einen empfind­samen Men­schen wohl das Schlimm­ste — Ein­samkeit im Herzen.

Ich habe schon ein­mal einen Men­schen mit dem Tode rin­gen s[ehe]n. Eine die den Tod suchte. Ich werde diesen Anblick niemals vergessen. Grauen und tiefes Mitleid, das waren meine Empfind­un­gen damals. Weit­er­lesen!