29. Mai 1938

T&Savatar[380529–1-1]

31.5.38

L. am 29.5.38

2.6.38

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Sie haben den Anstoß dazu gege­ben, daß ich mich mehr als sonst mit mir selbst beschäf­ti­ge. Auf mei­nen Spa­zier­gän­gen und Wan­de­run­gen sind Sie mein unsicht­ba­rer Beglei­ter und Zuhö­rer, der mich nötigt, Rechen­schaft abzu­le­gen, mich mit­zu­tei­len und ver­ständ­lich zu machen, sind Sie die geheim­nis­vol­le Per­son, die mich nötigt, mei­ne Sachen, mein Leben zu ord­nen. Wei­ter­le­sen!

28. Mai 1938

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O., am 28. Mai 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Sie wer­den unter­des­sen die Grü­ße von unse­rem fröh­li­chen Bei­sam­men­sein erhal­ten haben, das wir am Pol­ter­aben­de uns[e]rer Sing­stun­den­ka­me­ra­din Ilse Wend im Restau­rant „Ger­ma­nia” abhiel­ten. Heu­te nun, nach­dem der klei­ne Rausch aus­ge­schla­fen und die Trau­ung voll­zo­gen ist, will ich Ihren lie­ben Brief beant­wor­ten.

Viel­leicht inter­es­siert es Sie, etwas über die Vor­gän­ge in Ihrer alten Hei­mat zu hören. Wei­ter­le­sen!

Schyga, Das Sein hat ein Gedächtnis

TS_contributor_avatar-smPeter Schyga, Hannover [BB130526]

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Das Sein hat ein Gedächt­nis[1]

Erin­nern heißt in der Gegen­wart leben, um die Zukunft vor­zu­be­rei­ten. Erin­ne­rung ist ein Gut, das Men­schen zu Men­schen macht. Weil ohne das Wis­sen dar­um, wie wir gewor­den sind, wie wir sind, mensch­li­che Exis­tenz nicht mög­lich ist. In unse­rer schnell­le­bi­gen, auf mate­ri­el­lem Besitz und ego­is­ti­schem Den­ken ori­en­tier­ten Leben kommt die Erin­ne­rung oft­mals zu kurz. Es ist nicht die Nost­al­gie, als eine Form der Her­auf­be­schwö­rung von schein­bar bes­se­ren Zustän­den in der Ver­gan­gen­heit, die uns dabei inter­es­siert – „Frü­her war alles bes­ser“ – son­dern ein Nach­den­ken dar­über, wel­che Ereig­nis­se uns als Indi­vi­du­en und Volk betrof­fen haben. “Schy­ga, Das Sein hat ein Gedächt­nis” wei­ter­le­sen

24. Mai 1938

[380524–1-1]

L. am 24. Mai 1938.

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Im vori­gen Brief schrieb ich — muß­te ich schrei­ben — an meh­re­ren Stel­len das Wort Gott, und ich war nicht ohne Besorg­nis, Sie möch­ten das nicht ver­ste­hen. Umso­mehr [sic] macht es mich getrost und zuver­sicht­lich zu wis­sen, daß Sie einen Zugang zu Gott haben. Wei­ter­le­sen!

20. Mai 1938

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O., am 20. Mai 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Es sind nun drei Tage ver­gan­gen, nach­dem mich Ihre so lie­ben Zei­len erreich­ten. Las­sen Sie mich Ihnen hier­durch mei­nen herz­lichs­ten Dank sagen für das Ver­trau­en, das Sie mir schen­ken. Ich wer­de es zu schät­zen wis­sen. Wei­ter­le­sen!