Eichler-Schwarzkopf, Liebe auf Distanz

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Danie­la Eich­ler-Schwarz­kopf, Wien


Lie­be auf Distanz : Pri­vat­kor­re­spon­denz eines deut­schen Ehe­paars im Zwei­ten Welt­krieg

Wir freu­en uns auf die Ver­öf­fent­li­chung einer neu­en Mas­ters-Arbeit zu  T&S. Sie wur­de von Danie­la Eli­sa­beth Eich­ler-Schwarz­kopf an der Uni­ver­si­tät Wien  (FB Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie) Herbst 2018 ver­fasst. Herz­li­chen Glück­wunsch zu Fr. Eich­ler-Schwarz­kopf!

14. Juli 1942

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Diens­tag, am 14. Juli 1942.

[Roland]! Liebs­ter [Roland] mein!!! Herz­al­ler­liebs­ter!

Du bist zu mir gekom­men! Bist doch wahr­haf­tig selbst zu mir gekom­men!

Mein [Roland]!

Du!!!!! Du!!!!! Du !!!!! !!!!! !!! Oh Schät­ze­lein!

Wie habe ich sehn­süch­tig aus dem Fens­ter geschaut heu­te früh, bin schon vor sie­ben Uhr auf den Markt gegan­gen, damit ich daheim sei, wenn der Post­bo­te käme. Wei­ter­le­sen!

26. Juni 1942

Hoch­zeit auf Bären­hof, deut­scher Spiel­film, 1942, von Regis­seur Carl Fro­elich, mit Unter­ti­tel: Die Geschich­te einer Lie­be aus bes­se­ren Tagen. Bild über IMDb, 09.2018.

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Frei­tag, am 26. Juni 1942.

Her­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Gelieb­tes Her­ze­lein!

Du! Nun ist Abend gewor­den und ich kann mich zu Dir set­zen, zwar ist das Abend­brot noch nicht vor­bei, doch die Zeit bis dahin will ich mit Dir ver­plau­dern. Du!! Die Son­ne hat­te sich ein wenig ver­kro­chen und die Luft [w]ar recht abge­kühlt, so bin ich heu­te ein­mal nicht son­nen­ba­den gegan­gen auf den H., son­dern habe mich fein nütz­lich gemacht im Hau­se. Wei­ter­le­sen!

23. Juni 1942

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K., am 23. Juni 1942

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, treu­es Herz! Mein liebs­ter [Roland!]

Nun ist schon Diens­tag und heu­te kann aber kom­men was will, ich schrei­be Dir, Du mein lie­bes Her­ze­lein! Pracht­vol­les Wet­ter ist, seit ich hier bin, dar­an habe ich mei­ne Freu­de; denn ich kann doch fau­len­zen Herz­lieb! Ein­mal die Son­ne genie­ßen von früh bis abends! Ja, den­ke Dir nur, da bin ich doch schon neben­an bei S.s in der Ern­te­hil­fe tätig. Sieg­fried auch mit. Heu­ern­te ist’s! Wei­ter­le­sen!

21. Juni 1942

Zer­stör­te und beschä­dig­te Gebäu­de (im Hafen?), Tobruk, Liby­en, Juni 1942. Foto­graph: Tan­nen­berg, Pro­pa­gan­da­kom­pa­ni­en der Wehr­macht — Heer und Luft­waf­fe, DBa, Bild 101I-785‑0294-26A / Tan­nen­berg / CC-BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons 09.2018.

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Sonn­tag, am 21. Juni 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­bes gutes Man­ner­li! Du!

Ich bin doch heu­te in Dei­nem lie­ben Eltern­hau­se! Du! Gelieb­ter! Voll Sehn­sucht den­ke ich Dein.

Eben ver­klang eine Son­der­mel­dung im Rund­funk. Ein gro­ßer Teil der Fes­tung Tobruk ist in deut­schen Hän­den! Man hat die Über­ga­be ange­bo­ten! Es „rom­melt“ in Afri­ka!! Wei­ter­le­sen!