27. August 1941

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Mittwoch, den 27. Aug. 1941

Mein liebes, teures Weib! Herzensschätzelein! Holde mein!!

Nun ist es so weit, daß ich Dir meinen letzten Boten schicken soll, bevor ich selber komme, bevor wir uns wiedersehen. Oh Geliebte! So dicht vor uns[e]rer großen Freude, so kurz vor meiner Heimkehr zu Dir, zu Dir, laß uns die Zeit uns[e]rer Trennung bedenken, damit wir uns auch ganz tief und dankbar freuen. Weiterlesen!

24. August 1941

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Sonntag, den 24. August 41

Mein liebes, teures Herz! Herzensschätzelein! Geliebte!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herzlieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb neben mich, ganz nahe – noch ein bissel näher – ach gleich auf meinen Schoß, Herzelein! Ich möchte Dir ganz lieb etwas sagen. Wirst [Du] mir fein zuhören? Das Mannerli wird erst am Dienstag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‚] jetzt – oder sei es und grolle mir – Dein Mannerli ist ja schon auf dem Weg zu Dir in diesem Augenblick. Und morgen, Sonntag, wo es bei Dir einkehren wollte, da ist es Dir schon so viel näher. Und noch einmal schlafen, Montag, da soll doch schon das Telegramm kommen – und dann dauert es gar nimmer lange. 48 Stunden nur mehr Geduld, Herzlieb – das Mannerli auch! Und warum? Weiterlesen!

23. August 1941

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Freitag, den 22. August 1941

Herzensschätzelein! Herzlieb! Geliebte Mein!

Letzter freier Nachmittag heute – vor der großen Reise – in der nächsten Woche will ich ihn doch gleich noch mit dranhängen an den Urlaub, damit ich schon am Nachmittag fahren kann. Wenn das möglich ist, geht meine Reise über Belgrad – Agram – Graz – München – Hof. In München soll der Zug am zweiten Tage 1918 [Uhr] eintreffen. Nach meinem Fahrplan geht es dann 2130 [Uhr] weiter in Richtung Chemnitz, wo ich schon gegen 6 Uhr morgens eintreffe. [Es] Kann also sein, daß mein Telegramm in München aufgegeben ist – und telefonieren, kann ich denn das schon so früh? Du! Mein Herzlieb wird schon munter sein – ist ja immer munter, wenn das Mannerli geguckt [sic] kommt! Na, wir werden schon sehen. Herzlieb! Kannst [Du] Dir denken, daß das Mannerli schon ein bissel vom Reisefieber gepackt ist? [Das] Äußert sich in der Freude, die nun kaum noch zu halten ist. Weiterlesen!

22. August 1941

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Donnerstagabend, am 21. August 41.

Mein herzliebster [Roland]! Geliebter! Herzallerliebster mein!

Es ist um 9 00 [Uhr] abends, ich bin seit einer Stunde wieder daheim aus der Stadt. Und nun muß ich erst noch ein paar Worte mir Dir tauschen Herzlieb, ehe ich schlafen gehe. Worte mir Dir tauschen, Du? Geht denn das brieflich? Du?! O ja, mit Dir kann ich mich unterhalten, auch wenn ich Dich nur in Gedanken bei mir habe! Du!!! Weiterlesen!

20. August 1941

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Mittwoch, den 20. August 1941

Mein liebes, teures Herz! Holde, Geliebte mein!

Wirst [Du] denn glücklich wieder heimsein [sic] von der Hamsterfahrt? Morgen werde ich es wissen. Acht Tage sind wir ja im Kalender immer zurück im Wissen voneinander. Und dieser Bote wird schon keine Antwort mehr finden – Du! Du!!! Höchstens mündliche! Oh Herzlieb!!! Auf mündliche Antwort freue ich mich doch soooooo sehr! Darauf bin ich doch ganz begierig!!! Bist Du es auch? Weißt, ich bin es mehr – auf die Antworten von Deinem zucker-zuckersüßen Herzmünchen! Oh Geliebte!!! Bald wird es mir wieder ganz, ganz nahe sein! Weiterlesen!