04. Dezember 1941

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Donnerstag, am 4. Dezember 1941.

Herzensschätzelein! Mein liebster [Roland]! Geliebter Du!!

Die liebe Sonne möchte scheinen, sie gibt sich die größte Mühe durchzudringen, durch die dicken Schneewolken – vergebens. Es bleibt bei einem Versuch nur. Na, ich will ja heute sowieso nicht draußen herumspazieren, ich sitze warm! Doch die liebe Mutsch ist vorhin, ½ 2oo [Uhr] wieder nach Chemnitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm angezogen. Und vom Bahnhof bis zum Hause des Dr. V. ist es nur eine Viertelstunde. Weiterlesen!

4. November 1941

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[Saloniki] Dienstag, den 4. November 41

Herzelein Du! Mein liebes teures Weib!

Ein klein wenig mehr Geduld hätte das Mannerli nur haben dürfen: heute kam doch der liebe, liebe Bote vom Montag, den ich vermißte. Er war beklebt hintendrauf mit so putzigen Formen, daß ich erst argwöhnte, er sei geöffnet worden. Aber, die Formen ablösend, erkannte ich doch Dein bekanntes, braunes Klebepapier. Weiterlesen!

4. November 1941

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Dienstag, am 4. November 1941.

Herzensschätzelein! Du!!! Mein Herzensmannerli! Mein [Roland]! Du!!!!!

Endlich ist Mittag! Ich bin fertig! Ich kann zu Dir kommen, mein geliebtes Herzelein! Oh Du!!! Wem schenkte ich sie lieber, meine Freizeit alle – als Dir, geliebtes Leben?! Wem, außer mir, geht es wohl noch so gut, daß er sich gleich zu Mittag hinsetzten darf, um an den Herzallerliebsten zu schreiben? Du!! Oh Du!!!!! Du!!!!! Wir sind doch zwei rechte Glückskinder, mein [Roland]! Weiterlesen!

13. Oktober 1941

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Montag, am 13. Oktober 1941.

Herzallerliebster mein! Du lieber, liebster [Roland]!

Es ist Vormittag, ich bin allein. Und ich muß mir jetzt eine Stunde Zeit gönnen, bei Dir zu sein, Du! Du klagtest in zwei Deiner Boten über die Formlosigkeit uns[e]rer Zeit. Ich habe Dich verstanden, Herzlieb. Ich muß auch alle Deine Betrachtungen und Begründungen gelten lassen, weil Du recht hast. Und es ist wahrlich erschreckend, darüber nachzudenken, wie das Ganze noch einmal enden wird. Weiterlesen!

12. Oktober 1941

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Sonntag, am 12. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter!! Herzallerliebster!

Heute komme ich wieder zu Dir! Oh Du!!! Du!!!!! Wie habe ich mich doch gestern Nachmittag gesehnt nach Dir! So gesehnt mich [sic], Deine liebe Hand zu fassen, mit Dir zu plaudern, wie jeden Nachmittag. Aber es war mir unmöglich. Wir standen mitten drin im Waschfest, die Mutsch und ich! Und wie das überhaupt an solchem Waschtag zugeht, das weiß mein Lieb sicher auch, von zuhaus‘ – auch wenn’s ein Bub, ein Mannerli ist! Weiterlesen!