11. Februar 1942

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Wien, den 11. Fe­bru­ar 1942

Herz­al­ler­liebs­te mein!

Nun ist Dein Bub wie­der ein rich­ti­ger Wel­ten­bumm­ler, steigt ganz le­dig und frei und al­lein in der Welt um­her – und ist doch Dein Bub, ganz Dein Bub! Du weißt: Du kannst ihn ganz al­lein in die wei­te Welt schi­cken, in alle Win­de – er bleibt Dir treu, er ist Dein! Ach Her­zelein, Du! So wie ich weiß, so ge­wiß, daß Du – Du mein treu­lich war­test, im­mer! Schät­ze­lein! Ich bin doch sooo froh und glück­lich daß ich Dein Bub bin, Dein Man­ner­li!!! Und ich füh­le im­mer­zu das Band, das ich nach mir zie­he, wo ich auch bin, an des­sen an­de­rem Ende Du bist, mein ge­lieb­tes Weib – das Band uns[e]rer Lie­be ist es, Her­zens­schät­ze­lein! Wei­ter­le­sen!

02. Dezember 1941

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Diens­tag, den 2. De­zem­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, treu­es Weib! Du!!!

Bist so­viel­taus­end­lieb zu mir ge­kom­men heu­te, Du! Du!!! Oh Her­zens­schät­ze­lein! All mein Glück steht vor mir – Dei­ne Lie­be, uns[e]re Lie­be! – Ach, Du sel­bes, Her­zens­schät­ze­lein! Sooo lieb! Sooo un­end­lich lieb! Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!

9. Oktober 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 9. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Zwei Tage ließ Dein Bote auf sich war­ten – heu­te ist er nun wie­der zu mir ge­kom­men und bringt mir so­viel Freu­de und Lie­be in Wort und Bild – ach, Ge­lieb­te, und auch Sehn­sucht, die Sehn­sucht weckt – und nun sind es heu­te doch erst 14 Tage, daß ein un­er­bitt­li­ches Schick­sal [mich] von Dei­ner Sei­te ent­führ­te, 2 Wo­chen erst, und ich mein­te doch auch fast, es wä­ren schon bald Mo­na­te! Sei für Dein lie­bes Ge­den­ken viel­lieb be­dankt! Wei­ter­le­sen!

25. August 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 25. Au­gust 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib! Du!!! Du!!!!!

Ges­tern kam kein Bote von Dir. Und heu­te kam zu mir Dein lie­ber Bote vom Diens­tag. Oh Ge­lieb­te! Wie glück­lich machst Du mich da­mit!!!!! Mei­nen Ge­dan­ken von ges­tern – heu­te läßt Du ihn zur Tat wer­den, frü­her, als ich ihn dach­te: Ich kann Dir nichts ver­heim­li­chen, und sei es auch nur et­was aus Lie­be – ich muß Dir al­les sa­gen, was mich be­wegt.“ Oh Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wie sooo lieb hast Du mich! Wie bist Du mir ganz zu Ei­gen!!! Wie tief, tief be­glückst Du mich mit Dei­nem Ver­trau­en! Oh Herz­lieb! Mein lie­bes, teu­res Weib!!! Wei­ter­le­sen!

24. August 1941

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Sonn­tag, den 24. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­te!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb ne­ben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel nä­her – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­zelein! Ich möch­te Dir ganz lieb et­was sa­gen. Wirst [Du] mir fein zu­hö­ren? Das Man­ner­li wird erst am Diens­tag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‚] jetzt – oder sei es und grol­le mir – Dein Man­ner­li ist ja schon auf dem Weg zu Dir in die­sem Au­gen­blick. Und mor­gen, Sonn­tag, wo es bei Dir ein­keh­ren woll­te, da ist es Dir schon so viel nä­her. Und noch ein­mal schla­fen, Mon­tag, da soll doch schon das Te­le­gramm kom­men – und dann dau­ert es gar nim­mer lan­ge. 48 Stun­den nur mehr Ge­duld, Herz­lieb – das Man­ner­li auch! Und war­um? Wei­ter­le­sen!