9. Mai 1942

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86.

[O.] Sonnabend, am 9. Mai 1942.

Herzensschätzelein! Geliebter! Mein lieber, guter [Roland]!

Du! Heute sitze ich im Stübchen, weil die Mutter in der Küche plättet, da ist[‘]s mir zu eng, zu warm! Du! Die Sonne scheint zu den Fenstern herein, offen stehen sie; ein herrlicher Maientag ist heute, der erste in solcher Pracht. Gleich wird es von uns[e]rer Uhr sieben schlagen, Herzelein! Von uns[e]rer schönen Uhr! Du! Den Feierabend kündigt diese Stunde an. Es gab für mich wieder allerhand Arbeit heute. Sämtliche Fenster putzte ich, weil Mutsch neue Gardienen aufmachen will. Überall wurde gewischt, gebohnert. Wäsche habe ich auch schon wieder gewaschen; eine ganze Leine voll Strümpfe und Socken, 2 Blusen, 2 Röcke und Kleinkram. Es häuft sich halt viel an bei uns. Weiterlesen!

06. November 1940

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Mittwoch den 6. November 1940

Herzallerliebste, meine liebe, liebe [Hilde], Du! Holde mein!

Du! Dein Schreiberhubo liegt ausgestreckt auf seinem Lager. Alles muß draußen antreten zum Dienst um 2 Uhr — er hat Mittag bis um 3 Uhr. Ist doch fein, nicht? Er ist aber auch noch müde heute. Eine gestörte Nacht liegt hinter uns. Bis um 3 Uhr ging alles glatt, aber dann wurde es unruhig. Ich hatte Alarmwache. Das ist so: Bei Alarm muß der Lagerposten mit zum Geschütz — deshalb abgelöst werden. Weiterlesen!