04. Dezember 1941

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[Saloniki] Donnerstag, den 4. Dez[ember]. 1941

Herzelein! Geliebte! Mein liebes, teures Weib!

O Schätzelein! Ganz lieb bist Du heute wieder zu mir gekommen! Hast mir soviel fFreude gebracht! Geliebte! Hast immer so lieb und treu mein gedacht – so treu! Herzelein! Von Dir kommt mir die höchste Freude! Du! Du! kannst mich am meisten und tiefsten froh und glücklich machen – mit Deiner Liebe! Oh Du! Ich fühle Dich an meiner Seite, ganz froh, und stolz, und glücklich! Fühle die Wärme und den Sonnenschein deiner Liebe – so belebend, kraftspendend! Weiterlesen!

1. August 1941

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Freitag, am 1. August 1941.

Mein Geliebter!! Du!!! Mein lieber[,] allerliebster [Roland]!

Du!!!!! Wo soll ich denn nun gleich anfangen? Ich will Dir erst von ganz belanglosen Dingen erzählen, Du!!!!! damit [sic] ich nicht überlaufe vor Freude und Jubel. Ach Herzlieb! Du!!! Heute fällt mir doch das Stillesitzen fürchterlich schwer! Kannst Du das begreifen? Dein Freitagbrief ist doch heute gekommen!!! Worin sooo viele Neuigkeiten stehen vom Urlaub! Ach Du!!! Wenn der abhanden gekommen wäre!!! Ich hätte mich doch zuschanden geärgert! Du!!!!! Also: Eben bin ich aus der Badewanne gestiegen und habe bei mir gedacht und gerechnet, wieviele Male mußt‘ denn eigentlich noch ohne Bademeister baden? Und da bin ich darauf gekommen, daß es noch zwei Male sind! Weiterlesen!

09. Juni 1941

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Montag, am 9. Juni 1941.

Mein liebes, herzliebes Mannerli! Du mein lieber, lieber [Roland]!

Herzlieb Du!!! Zuerst einen ganz, ganz lieben Kuß!!! Nicht ohne Grund – o nein!! Als Belohnung!!! Hat nichts mit mir zu tun! Nein, nein! Für Dein treues Aushalten im Dienst für’s Vaterland hast Du einen Rang erstiegen! Ich freue mich ja so sehr für Dich, Herzlieb!! Also, Dickerle!! Meinen allerherzlichsten Glückwunsch zum „Gefreiten“!! Du!!!!! Was soll ich Dir denn nun gleich vor Freude schenken? Ich habe garnichts da! Weißt? Am Sonnabend habe ich Dir ein Pralinenpackel [sic] zugeschickt, das nimm von mir als Glückwunsch in handfester Form! Weiterlesen!

08. Juni 1941

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Sonntag, am 8. Mai! Juni 1941. [sic]

Herzlieb!! Herzlieb!!! Ja nicht zurück!! Du!!

So muß ich doch gleich beginnen. Da rücken wir dem Wiedersehen ja immer ferner! Du!! Du!!!

Es ist jetzt gleich 5 Uhr am Nachmittag, ich habe den Sonntag einmal richtig verbummelt heute, Herzlieb, mit den Eltern. Morgens schlief ich bis 9 Uhr! Weil ich gestern abend so müde ins Bett sank. Und dann verrichtete ich mit Mutsch die Hausarbeit und besorgte das Essen. Darnach nahm Vater den Liege[s]tuhl, um sein Schläfchen zu halten unten in der Sonne. Wir Frauen beseitigen derweil die Spuren des Mittagstisches. Weiterlesen!

15. Dezember 1940

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Sonntag, den 15. Dez. 1940.

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebe [Hilde]!

Deine trüben Gedanken wollte ich alle verscheuchen, den Schatten wollte ich wehren. Und mir selbst wollte ich wieder einmal Klarheit suchen. Geliebte! An einer großen Entscheidung stehen wir beide. Und es ist nur verständlich und recht, wenn wir nachschauen, wo wir beide stehen, damit wir dann desto sicherer weiterschreiten. Daß uns[e]re Liebe tief und ernst ist, daß sie stark genug ist, ein Kindlein zu tragen, das möchte ich Dir recht deutlich machen. Und daß Dein [Roland] bereit dazu ist, dessen möchte ich Dich ganz versichern. Wenn ich dabei von mir sprechen muß, sollst Du nicht denken, daß ich mich loben will. Ich möchte Dir sagen: daß meine Liebe zu Dir nie erkalten wird. Weiterlesen!