21. Mai 1942

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[Saloniki] Mittwoch, den 20. Mai 1942

Herzelein! Geliebte! Mein liebes, teures Weib!

Heute ist es doch schon spät, da ich zu Dir komme. Die Kameraden K. und H. sind im Varieté. Mit den Kameraden He. und Schr. habe ich noch lange am Tische gesessen und mich mit ihnen unterhalten über die Stellung des Christentums zum neuen Staat. Wir kommen in unseren Ansichten und Meinungen ganz überein und sind auch alle der Hoffnung, daß es nach diesem Kriege auch zu einer Befriedung im Inner[e]n kommen wird. Du kannst Dir denken, daß ich mich gern einmal so unterhalte – mit K. und H. konnte ich das nicht, sie haben zu diesen Fragen keine Stellung, sie kennen diese Fragen gar nicht. „21. Mai 1942“ weiterlesen

26. Juni 1941

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[Thessaloniki,] Donnerstag, den 26.6.41

Herzlieb, Du!!!

Wo steckst Du denn jetzt? Du? Hubo hat doch frei heute – kommt er gleich ganz schnell zu Dir! Wirst [Du] ihn einlassen? Du!! Wenn es in S. so heiß ist wie hier, dann treff[‚] ich jetzt ein kleines Evchen, Du!!! Und da tritt zur Tür herein ein – beinahe Adam. Ach, Herzlieb! Was spielen wir denn da gleich einmal? Du?!!! Die alte Geschichte, Du!!  Weiterlesen!

22. Juni 1941

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Sonnabend, den 22. Juni 1941

Mein liebes, teures Weib! Meine [Hilde], Du! Geliebte!!

Wie soll ich Dich trösten heute? Geliebte! Wie wollen wir einander trösten heute? Welch schwarzer Tag! Wenn wir all den Hoffnungen nachschauen wollen, die er zerbrach, all den Enttäuschungen nachhängen, die er brachte, dann möchten wir schwerlich einen Trost finden. Ach, ich wollte es doch nicht glauben heute morgen, ich wollte es nicht glauben, d.h. ich wollte es nicht wahrhaben. Herzlieb! Weiterlesen!

07. Juni 1941

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Sonnabend, am 7. Juni 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein lieber, guter [Roland]!!

Herzlieb Du!! Wochenende ist heute, zur Abwechslung wieder einmal trübe und kühl, es tut richtig wohl nach den heißen Tagen. Wie sehr ich trotz meines fortwährenden Wärmebedürfnisses doch ein rechtes Schattenpflänzchen bin, das spüre ich hier wieder einmal ganz deutlich. Gar so viel Sonne mag ich nicht. Man ist so müde, abgespannt, so lustlos an so heißen Tagen – und das kann ich an mir garnicht leiden. Heute war ich wieder richtig munter – ich mag die Kühle doch recht gern. Aber Du!! Die Kühle bei meinem Mannerli, ich glaub´ – die hätte ich nicht so gerne – Du!!! Oh Du!! Du!! Die würde mir weh tun, so bitter weh, Geliebter!! Aber Du!! Herzlieb!! Muß ich sie denn fürchten, die Kühle von Dir? Nein!!! Nein!!! Ich glaub‘ es nie und nimmer! Du!!! Weiterlesen!

26. Mai 1941

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Montag, am 26. Mai 1941.

Mein liebes teures Herz! Du mein liebes, herzliches Mannerli.

Du!! Heute früh kamen wieder zwei liebe Boten von Dir an. Ich freue mich ja so sehr, Geliebter!! Ich hab[‚] Dich ja sooo lieb, Du!!! Und ich danke Dir viellieb [sic] und herzlich für Dein treues Gedenken und Deine große Liebe! Mein [Roland]!! Vom Sonnabend und Sonntag den 17. + 18. Mai sind die Boten. Sie gehen jetzt garnicht mehr l[a]nge bis zu mir, nicht wahr? 7 Tage! Fein!! Und nun hat mein Lieb endlich, endlich mal wieder etwas von mir in Händen! Ach Du!! Ich freue mich doch so sehr mit Dir, mein Schatz. Es ist furchtbar, wenn man so lange warten muß auf ein Zeichen – ach, ich kenne es ja auch! Du!! Hoffentlich bleibt nun in Zukunft die gute Verbindung bestehen und Du mußt nicht noch einmal an einen neuen Ort wandern. Ach – man weiß es nicht. [I]ch wünschte, Du könntest da sei, bis der böse Krieg zu Ende ist – wenigstens, bis Du heim darfst. Ja Herzlieb! Ich hoffe im Geheimen immer noch, daß Du eher heim darfst, als der Krieg aus ist! Gebe Gott, daß alles zum Guten sich wende! Du!!! Mein herzlieber [Roland]! Weiterlesen!