1. August 1941

T&SavatarFrei­tag, am 1. Au­gust 1941.

Mein Ge­lieb­ter!! Du!!! Mein lie­ber[,] al­ler­liebst­er [Ro­land]!

Du!!!!! Wo soll ich denn nun gleich an­fan­gen? Ich will Dir erst von ganz be­lang­lo­sen Din­gen er­zäh­len, Du!!!!! da­mit [sic] ich nicht über­lau­fe vor Freu­de und Ju­bel. Ach Herz­lieb! Du!!! Heu­te fällt mir doch das Stil­le­sit­zen fürch­ter­li­ch schwer! Kann­st Du das be­grei­fen? Dein Frei­tag­brief ist doch heu­te ge­kom­men!!! Wor­in sooo vie­le Neu­ig­kei­ten ste­hen vom Ur­laub! Ach Du!!! Wenn der ab­han­den ge­kom­men wäre!!! Ich hät­te mich doch zu­schan­den ge­är­gert! Du!!!!! Also: Eben bin ich aus der Ba­de­wan­ne ge­stie­gen und habe bei mir ge­dacht und ge­rech­net, wie­vie­le Male mußt’ denn ei­gent­li­ch noch ohne Ba­de­meis­ter ba­den? Und da bin ich dar­auf ge­kom­men, daß es noch zwei Male sind! Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

[410614-​2-​1]

Sonn­abend, am 14. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebst­er! Mein ge­lieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Ro­land]!

Eben schlägt die Uhr 3 am Nach­mit­tag, uns[e]re schö­ne Uhr, Herz­lieb! Weißt [Du] denn ei­gent­li­ch noch, wie sie aus­sieht? Du! Es ist doch ein Pracht­stück, Liebst­er! Und sie hält jetzt ganz schön Schritt, geht ganz rich­tig mit der Kir­chen­uhr. Du hast sie ja so fein ein­ge­stellt, als Du bei mir warst! – Wenn Du jetzt in uns[e]re Stu­be schau­en könn­test, dann wür­dest Du viel­leicht stau­nen! Herz­lieb! Ich habe näm­li­ch Män­ner­be­su­ch!! Wei­ter­le­sen!

30. Mai 1941

T&Savatar[410530-​2-​1]

Frei­tag, am 30. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein ge­lieb­ter [Ro­land]!!

Du!! Ges­tern abend in der Sing­stun­de war ich so froh, weiß gar­nicht [sic], wie es kam. Nichts von au­ßen her, daß mir ei­nen An­laß dazu ge­ge­ben hät­te. Es kam von in­nen her­aus die­ses Froh­s­ein! Und ich glau­be, Du warst auch froh an die­sem Abend, Ge­lieb­ter!! Wei­ter­le­sen!

22. Mai 1941

[410522-​2-​1]

Don­ners­tag, am 22. Mai 1941.

Mein ge­lieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebst­er [Ro­land]!

Da wäre nun heu­te ein Fei­er­tag – Him­mel­fahrt. Aber das Ge­setz schreibt es dies­mal in An­be­tracht des Krie­ges an­ders vor. Alle Wer­ke sind in Be­trieb und es kann heu­te wohl nie­mand so faul sein wie ich! Faul – das ist aber nun doch wie­der zu viel ge­sagt. Bin ich faul, wenn ich an Dich schrei­be, Herz­lieb? Du!! Wirst wohl in die­sem Fal­le der Ein­zi­ge sein, der mir recht gibt und wohl will! Aber weißt, was Freun­de dazu sa­gen, das küm­mert mich auch gar­nicht [sic]. Ist mir völ­lig schnup­pe. Haupt­sa­che ist, mein Di­cker­le ver­steht mich – mehr ver­lan­ge ich nicht. Wei­ter­le­sen!

30. April 1941

T&Savatarsm[410430-​2-​1]

Mitt­wo­ch, am 30. April 1941.

Ge­lieb­ter!! Du!! Mein herz­lie­ber [Ro­land]! Mein Man­ner­li, lie­bes!

Du!! Ach Du!! Die lie­be Son­ne strahlt mit mir um die Wet­te! Ich bin so­oooo glück­li­ch! Mein [Ro­land]! Du!! Du!!! Jetzt müßt’ ich Dich gleich ein­mal bei mir ha­ben, um Dir all mein Glück zu zei­gen!! Ach, mein Herz­lieb! Wie mö­gen nur mei­ne Au­gen ge­strahlt ha­ben, als ich Dich so un­ver­mu­tet vor mir sah! Dich!! Ge­lieb­ter!! Dich!! Wie so lieb schaust [Du] auf dem Bil­de! Oh Du!! Du!!! Wei­ter­le­sen!