22. Juli 1941

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Dienstag, am 22. Juli 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein lieber, allerliebster [Roland]!

Heute scheint die liebe Sonne! Und in meinem Herzen ist sie nun noch strahlender aufgegangen, weil heut‘ mein [Roland] zu mir gekommen ist! Ach Du!!! Wie unendlich lieb meint er es doch heute wieder mit mir! Geliebter!!! Es wird mir ja so schwer, die rechten Dankesworte zu finden! Ich liebe Dich! Du bist mir alles! [A]ch Herzensschatz! Fühlst Du denn, wie alles nach Dir mich drängt?, wie alles zu Dir will? – weil ich Dich ja über alle Maßen liebe, liebe!!!!! Herzallerliebster Du!!! Weiterlesen!

26. Juni 1941

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[Thessaloniki,] Donnerstag, den 26.6.41

Herzlieb, Du!!!

Wo steckst Du denn jetzt? Du? Hubo hat doch frei heute – kommt er gleich ganz schnell zu Dir! Wirst [Du] ihn einlassen? Du!! Wenn es in S. so heiß ist wie hier, dann treff[‚] ich jetzt ein kleines Evchen, Du!!! Und da tritt zur Tür herein ein – beinahe Adam. Ach, Herzlieb! Was spielen wir denn da gleich einmal? Du?!!! Die alte Geschichte, Du!!  Weiterlesen!

25. Juni 1941*

[410625-1-1* Feldpostsperre, die zu Verzögerungen vielleicht führte]

Mittwoch, den 25. Juni 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!

Nun bin ich auf den nächsten Boten doch wirklich gespannt. Du, Postsperre ist für Dich! Du!! Herzlieb! Hoffentlich nicht zu lange! – wer nun in der Sommerfrische wirklich gelandet ist! [Du] Schreibst mir heute, wieviel Not Du nun hast mit Pappsch und Mutsch. Ein wenig kenn[‚] auch ich den Schmerz. Froh entschlossen und begeistert sind wir Jungen – unschlüssig und zögernd die Alten. Weiterlesen!

23. Juni 1941

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Montag, den 23. Juni 1941

Mein liebes, teures Herz! Herzlieb, Holde mein!!

Wo find ich Dich denn nun heute, Geliebte? Dein lieber Bote vom 14. Juni gibt mir Antwort. Ob Ihr denn nun wirklich dort seid? Mein Herzlieb im Elbschlößchen?!! Am lieben Elbstrome? Und am Schienenstrang, der hinauf führt ins Paradies, Herzlieb!, und darüber hinaus bis zu mir – paß nur fein auf, manche Tage hängt der Wagen nach Saloniki dran, mein[‚] ich. Und ich weiß, mein Herzlieb schickt mir tausend liebe Gedanken und Wünsche – südwärts, südostwärts. Weiterlesen!

09. Mai 1941

Der junge Goethe, gemalt von Angelica Kauffmann 1787
Johann Wolfgang von Goethe, Portrait von Angelica Kauffmann, 1787, Goethe-Nationalmuseum, Weimar, Lizenzfrei über Wikimedia Commons, 12.2016.
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Freitag, am 9. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein herzliebster [Roland]!

Du!! Heute ist kein Badetag, weil Vater Nachtdienst hat, nur Schreibetag! Muß nach B. zur Silberhochzeit gratulieren, muß Vater [Nordhoff] meine Absage zu seiner Einladung begründen, muß Mutter [Nordhoff] nach K. schreiben und Deinen lieben Brief mit hineinstecken. Will meinem Herzlieb schreiben! Ja! Will!! Nicht muß! [U]nd da wird mein Nachmittag herum sein, sehe ich es versehe. Weiterlesen!