19. March 1942

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 19. März 1942

Herz­al­ler­liebs­te! Du! Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Her­zelein! In Dei­nem lie­ben Diens­tag­bo­ten sprichst Du mir noch ein­mal von den Mög­lich­kei­ten ei­ner Dienst­ver­pflich­tung. Sie steht im Hin­ter­grund wie sei­ner­zeit das Ge­spenst mei­ner Ein­be­ru­fung. Ach Ge­lieb­te, ich kann noch gar nicht an die­ses Ge­spenst glau­ben. Wei­ter­le­sen!

03. Oktober 1941

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Frei­tag, am 3. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­ter!! Du mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!!

Ach Du! Heu­te wä­rest Du doch bei­na­he zu kurz weg­ge­kom­men! Du!! Den­ke nur, ich bin schon heu­te früh ½ 1000 [Uhr] ge­fah­ren, ich kam so am bes­ten zu­recht, weil ich gleich [ein] paar Ein­käu­fe mit er­le­di­gen woll­te. Denn von 12 – 15 [Uhr] sind die Ge­schäf­te ge­schlos­sen, und ich wuß­te ja auch, daß die Glauchau­er Ver­wand­ten bei­zei­ten wie­der zu­rück fah­ren muß­ten, we­gen der Kin­der. Und mit ih­nen zu re­den, war ja der ei­gent­li­che Be­weg­grund mei­ner Rei­se. Ehe ich fuhr be­rei­te­te ich den El­tern noch das Mit­tag­essen vor, brach­te mei­ne Zim­mer und den Flur in Ord­nung. Da hat­te ich von mor­gens 6 bis 9 [Uhr] ganz schön zu tun! Wei­ter­le­sen!

01. Oktober 1941

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Mitt­woch, am 1. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­ter! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Heu­te sieht der Him­mel aus wie ein schmut­zi­ger Sack. Grau in grau, bis nach 900 [Uhr] vor­mit­tags muß­te ich Licht bren­nen! Das vor­aus­ge­ahn­te Re­gen­wet­ter ist da! Und in ei­nem Aus­ma­ße, daß [sic] an Er­gie­big­keit nichts zu wün­schen üb­rig läßt. Na, mei­net­we­gen – ich kann im Trock[e]nen sit­zen und Du? Herz­lieb? Du mußt Dich auch nicht mehr d[a]rüber grä­men; denn Du hast viel­leicht ei­tel Son­nen­schein um Dich heu­te?! Wei­ter­le­sen!

30. September 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Ge­lieb­tes Weib!

Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Sa­lo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft er­scheint al­les. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re war, das weiß ich, Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!

28. September 1941

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Sonn­tag, am 28. Sep­tem­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Ro­land]!

Der ers­te Sonn­tag al­lein – o ja, Herz­lieb! Ich habe es ge­spürt, wie al­lein ich heu­te war.

Aber ich will nicht kla­gen, Du! Die lie­ben El­tern hat­te ich ja bei mir, – und ich weiß ge­nau, daß sie mich heu­te mit­nah­men, um mir mein Al­lein­sein zu neh­men, daß [sic] ich noch so sehr füh­le nach die­sen we­ni­gen Ta­gen Dei­ner Ab­rei­se. Ach Du! Mein Herz ist noch so wund, ich könn­te laut schrei­en vor Sehn­sucht nach Dir, Ge­lieb­ter! Und ich weiß doch ge­nau, daß uns[e]re schö­ne Zeit zu Ende ist, daß sie ei­ner lan­gen War­te­pau­se Platz ma­chen muß­te. Die Pau­se muß ja sein – Du! – sonst kann ja kein neu­er Ur­laub kom­men! Ach, ich zwin­ge mich mit al­ler Ge­walt zur Ver­nunft, Her­zens­schät­ze­lein! Ich will mir nichts mer­ken las­sen – viel­leicht sieht mir Mutsch doch mei­ne Ru­he­lo­sig­keit an den Au­gen ab. Wei­ter­le­sen!