18. Oktober 1941

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[Saloniki] Sonnabend, den 18. Oktober 1941

Mein liebes, teures Herz! Herzensschätzelein, Holde mein!

Der Gedanke vom Scheidewege beschäftigt mich noch. Mit mir kennst Du einen, der so deutlich und symbolhaft ist, wie nur einer im Märchen. „Der Weg zur Rechten? Nein. – Der Weg der Mitte? Nein. – Der Weg zur Linken führt Dich zum Glück!“ Über das Nein war ich mir im Klaren. Aber die Möglichkeit des Glückes uns[e]rer Liebe, die erkannte ich nicht. Weiterlesen!

8. Oktober 1941

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Mittwoch, am 8. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter! Mein lieber, guter [Roland]!

Ich sitze jetzt wieder am Tische, vor meinem lieben Papier, das mir so geduldig stille hält jeden Tag. Es wird gleich 2 Uhr mittags sein. Obwohl noch vielerlei Beschäftigung wartet, ich muß mich erst zu Dir setzen, Herzlieb! Die stille Mittagsstunde ist mir die liebste Zeit dazu, da bin ich ganz allein mit Dir und meinen Gedanken. Die Mutsch ist fort. Vater schläft noch, wenn er Nachtdiens[t] hat. Und auch unten auf der Straße ist es, als halte alles ein Stündchen den Atem an – es kommen wenig Leute, wenig lärmende Kinder, die Wagen fahren selten um diese Zeit. Weiterlsesen!

29. Juni 1941

Bundesarchiv Bild 183-L19427, Litauen, brennende Synagoge
Als bald nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Litauen Mitte Juni 1941 kam es zu anti-jüdischen Pogromen durch nationalpatriotische Litauer, wie etwa in Kaunas. Hier das Abbrennen einer Synagoge, 06.1941, Litauen, Ort unbekannt, Fotograf Zoll, Propagandakompanie, für Scherl-Bilderdienst, gemeinfrei als Bundesarchiv, Bild 183-L19427 / Zoll / CC-BY-SA 3.0, 06.2016.
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G. – Sonntag, am 29. Juni 1941.

Mein lieber [Roland]!

Es ist Sonntagmorgen – Vater [Nordhoff] ist eben von der Post gekommen, die muß man sonntags hier selbst abholen. Für mich war nichts dabei, gestern bekam ich auch nichts in S., aber morgen kommt ganz gewiß wieder etwas von Dir – Du!! Elfriede  hat vom Hellmuth eine Karte im Brief bekommen, mit nur [wen]igen Zeilen. „Ich bin mit Gottes Hilfe gut durch diese Tage gekommen, – wenig Schlaf gibt es und läßt mir so alles traumhaft scheinen..“.. [sic] Weiterlesen!

22. Juni 1941

T&Savatarsm[410622-2-1]

Sch., am 22. 6. Sonntag 1941.

Geliebter! Mein [Roland]!

Oh Du!! Wo soll ich denn zuerst beginnen? Soo viel stürmte heute auf mich ein. Du!! Du!! Freude, die mich erfüllt, die sich Dir kund tun will – Sorge, die mich bedrückt, die sich Dir mitteilen möchte. Ach Herzlieb! Will ich mir doch erst die Sorge von der Seele schreiben, Du!!! Auch Du wirst heute dieselbe Sorge mit mir teilen. Es geht ja wieder um unser Vaterland, um uns[e]re vielen, tapferen Soldaten, ach Du!! Weiterlesen!

11. Juni 1941

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Mittwoch, am 11. Juni 1941.

Mein geliebter, guter [Roland]! Du!!! Mein Herzlieb!

Du!! Ich habe heute nacht von Dir geträumt – oh Du!!! So ganz lieb! Sooo lieb hattest Du mich! Geliebter!! Ach, wie sehr muß ich mich sehnen nach Dir, Herzlieb!!! Du!! So ganz sehr muß ich mich sehnen! Du!!! Weiterlesen!