06. Mai 1942

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83.

[O.] Mittwoch, am 6. Mai 1942

Herzensschätzelein! Mein geliebter, liebster [Roland]!

Ach Herzelein! Ich konnte es doch heute kaum erwarten bis wieder die Stunde da war, da ich Dein denken kann. Geliebter! Es ist spät abends, wo ich hier bei Dir sitze und mit Dir rede. Aber nachts mögen wir doch gerade am liebsten miteinander recht lieb und heimlich plaudern gelt? Ja denke nur: seit langer Zeit bellt wieder einmal die Flak rund um den Kreis Chemnitz! Schaurig! Weiterlesen!

10. Oktober 1941

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Freitag, den 10. Oktober 1941

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebste [Hilde]!

So reich bin ich beschenkt worden heute – ich habe mich ja sooo sehr gefreut und es so ganz besonders glücklich gespürt, wie so lieb Du mich hast! 2 liebe, liebe Boten sind zu mir gekommen vom Erntedanksonntag und dessen Vorabend. Und dazu ein ganzer Karton Schmätze [wohl Baisergebäck] – er steht jetzt neben mir auf dem Tische. Fein schmecken die Kussel [wohl Küsschen], die Kuchenkussel – die richtigen sind aber noch viel, viel süßer, ja? Du!!! – sei tausendlieb bedankt für all Deine lieben Zeichen. Ach Herzlieb! Ich bin Deiner Liebe ganz gewiß! Und doch geht es mir so wie Dir, daß ich es immer wieder hören und lesen möchte, wie so lieb Du mich hast. Weiterlesen!

6. Oktober 1941

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Montag, am 6. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Du!!! Geliebter! Mein [Roland]!!!

Du bist zu mir gekommen! Du!! Ich bin so glücklich! Ich bin sooo froh! Und damit Du meine Freude auch wahrhaftig mitempfinden kannst, Herzlieb! Darum habe ich mich gleich jetzt, eben, da ich Deine beiden lieben Boten gelesen habe  hergesetzt, um Dir zu sagen, wie Du mich beglückt hast! Herzlein!! Die Boten vom Mittwoch und Donnerstag kamen an. Und darinnen das liebe, liebe Verslein! Geliebter !!!!! Du hast mich so sehr beglückt damit! Du weißt es nicht. Ach Du!! Du bist unzufrieden darüber? Du!!! Du!!! Wenn es mich nur beglückt! Wenn es mich nur selig macht und so eigen-lieb anrührt im Herzen! Weiterlesen!

5. Oktober 1941

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Sonntag, am 5. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Mein lieber, guter [Roland]! Du!!!

Da haben mich meine Anzeichen in bezug auf Wettervorhersage wieder mal gründlich an der Nase herumgeführt! Anstatt heute früh vom Sonnenschein geweckt zu werden, vom blauen Himmel, verschlief ich es erstens! Und mußte um 8 [Uhr] von der Mutsch geweckt werden, um zur Zeit in die Kirche zu kommen. Und es begrüßte mich zweitens ein ganz grauer, dick vernebelter Tag. Man sah kaum die Nachbarhäuser. Und dieser Nebel wich nicht bis zum Mittag, da erst löste er sich in Nässe auf. Nun ist Luft geworden und dann und wann schaut einmal die liebe Sonne durch die Wolkenwand. Weiterlesen!

03. Oktober 1941

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Freitag, am 3. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter!! Du mein lieber, guter [Roland]!!

Ach Du! Heute wärest Du doch beinahe zu kurz weggekommen! Du!! Denke nur, ich bin schon heute früh ½ 1000 [Uhr] gefahren, ich kam so am besten zurecht, weil ich gleich [ein] paar Einkäufe mit erledigen wollte. Denn von 12 – 15 [Uhr] sind die Geschäfte geschlossen, und ich wußte ja auch, daß die Glauchauer Verwandten beizeiten wieder zurück fahren mußten, wegen der Kinder. Und mit ihnen zu reden, war ja der eigentliche Beweggrund meiner Reise. Ehe ich fuhr bereitete ich den Eltern noch das Mittagessen vor, brachte meine Zimmer und den Flur in Ordnung. Da hatte ich von morgens 6 bis 9 [Uhr] ganz schön zu tun! Weiterlesen!