10. Oktober 1941

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Frei­tag, den 10. Ok­to­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebste [Hil­de]!

So reich bin ich be­schenkt wor­den heu­te – ich habe mich ja sooo sehr ge­freut und es so ganz be­son­ders glück­li­ch ge­spürt, wie so lieb Du mich hast! 2 lie­be, lie­be Bo­ten sind zu mir ge­kom­men vom Ern­te­dank­sonn­tag und des­sen Vor­abend. Und dazu ein gan­zer Kar­ton Schmät­ze [wohl Bai­ser­ge­bä­ck] – er steht jetzt ne­ben mir auf dem Ti­sche. Fein schme­cken die Kussel [wohl Küss­chen], die Ku­chen­kus­sel – die rich­ti­gen sind aber noch viel, viel sü­ßer, ja? Du!!! – sei taus­end­lieb be­dankt für all Dei­ne lie­ben Zei­chen. Ach Herz­lieb! Ich bin Dei­ner Lie­be ganz ge­wiß! Und doch geht es mir so wie Dir, daß ich es im­mer wie­der hö­ren und le­sen möch­te, wie so lieb Du mich hast. Wei­ter­le­sen!

6. Oktober 1941

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Mon­tag, am 6. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Du!!! Ge­lieb­ter! Mein [Ro­land]!!!

Du bist zu mir ge­kom­men! Du!! Ich bin so glück­li­ch! Ich bin sooo froh! Und da­mit Du mei­ne Freu­de auch wahr­haf­tig mit­emp­fin­den kann­st, Herz­lieb! Dar­um habe ich mich gleich jetzt, eben, da ich Dei­ne bei­den lie­ben Bo­ten ge­le­sen habe  her­ge­setzt, um Dir zu sa­gen, wie Du mich be­glückt hast! Herz­lein!! Die Bo­ten vom Mitt­wo­ch und Don­ners­tag ka­men an. Und dar­in­nen das lie­be, lie­be Vers­lein! Ge­lieb­ter !!!!! Du hast mich so sehr be­glückt da­mit! Du weißt es nicht. Ach Du!! Du bist un­zu­frie­den dar­über? Du!!! Du!!! Wenn es mich nur be­glückt! Wenn es mich nur se­lig macht und so eigen-​lieb an­rührt im Her­zen! Wei­ter­le­sen!

5. Oktober 1941

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Sonn­tag, am 5. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]! Du!!!

Da ha­ben mich mei­ne An­zei­chen in be­zug auf Wet­ter­vor­her­sa­ge wie­der mal gründ­li­ch an der Nase her­um­ge­führt! An­statt heu­te früh vom Son­nen­schein ge­weckt zu wer­den, vom blau­en Him­mel, ver­schlief ich es ers­tens! Und muß­te um 8 [Uhr] von der Mut­sch ge­weckt wer­den, um zur Zeit in die Kir­che zu kom­men. Und es be­grüß­te mich zwei­tens ein ganz grau­er, dick ver­ne­bel­ter Tag. Man sah kaum die Nach­bar­häu­ser. Und die­ser Ne­bel wich nicht bis zum Mit­tag, da erst lös­te er sich in Näs­se auf. Nun ist Luft ge­wor­den und dann und wann schaut ein­mal die lie­be Son­ne durch die Wol­ken­wand. Wei­ter­le­sen!

03. Oktober 1941

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Frei­tag, am 3. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­ter!! Du mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!!

Ach Du! Heu­te wä­rest Du doch bei­na­he zu kurz weg­ge­kom­men! Du!! Den­ke nur, ich bin schon heu­te früh ½ 1000 [Uhr] ge­fah­ren, ich kam so am bes­ten zu­recht, weil ich gleich [ein] paar Ein­käu­fe mit er­le­di­gen woll­te. Denn von 12 – 15 [Uhr] sind die Ge­schäf­te ge­schlos­sen, und ich wuß­te ja auch, daß die Glauchau­er Ver­wand­ten bei­zei­ten wie­der zu­rück fah­ren muß­ten, we­gen der Kin­der. Und mit ih­nen zu re­den, war ja der ei­gent­li­che Be­weg­grund mei­ner Rei­se. Ehe ich fuhr be­rei­te­te ich den El­tern noch das Mit­tag­es­sen vor, brach­te mei­ne Zim­mer und den Flur in Ord­nung. Da hat­te ich von mor­gens 6 bis 9 [Uhr] ganz schön zu tun! Wei­ter­le­sen!

01. Oktober 1941

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Mitt­wo­ch, am 1. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­ter! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Heu­te sieht der Him­mel aus wie ein schmut­zi­ger Sack. Grau in grau, bis nach 900 [Uhr] vor­mit­tags muß­te ich Licht bren­nen! Das vor­aus­ge­ahn­te Re­gen­wet­ter ist da! Und in ei­nem Aus­ma­ße, daß [sic] an Er­gie­big­keit nichts zu wün­schen üb­rig läßt. Na, mei­net­we­gen – ich kann im Trock[e]nen sit­zen und Du? Herz­lieb? Du mußt Dich auch nicht mehr d[a]rüber grä­men; denn Du hast viel­leicht ei­tel Son­nen­schein um Dich heu­te?! Wei­ter­le­sen!