04. Dezember 1941

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Donnerstag, am 4. Dezember 1941.

Herzensschätzelein! Mein liebster [Roland]! Geliebter Du!!

Die liebe Sonne möchte scheinen, sie gibt sich die größte Mühe durchzudringen, durch die dicken Schneewolken – vergebens. Es bleibt bei einem Versuch nur. Na, ich will ja heute sowieso nicht draußen herumspazieren, ich sitze warm! Doch die liebe Mutsch ist vorhin, ½ 2oo [Uhr] wieder nach Chemnitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm angezogen. Und vom Bahnhof bis zum Hause des Dr. V. ist es nur eine Viertelstunde. Weiterlesen!

8. Oktober 1941

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Mittwoch, am 8. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter! Mein lieber, guter [Roland]!

Ich sitze jetzt wieder am Tische, vor meinem lieben Papier, das mir so geduldig stille hält jeden Tag. Es wird gleich 2 Uhr mittags sein. Obwohl noch vielerlei Beschäftigung wartet, ich muß mich erst zu Dir setzen, Herzlieb! Die stille Mittagsstunde ist mir die liebste Zeit dazu, da bin ich ganz allein mit Dir und meinen Gedanken. Die Mutsch ist fort. Vater schläft noch, wenn er Nachtdiens[t] hat. Und auch unten auf der Straße ist es, als halte alles ein Stündchen den Atem an – es kommen wenig Leute, wenig lärmende Kinder, die Wagen fahren selten um diese Zeit. Weiterlsesen!

24. August 1941

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Sonntag, den 24. August 41

Mein liebes, teures Herz! Herzensschätzelein! Geliebte!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herzlieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb neben mich, ganz nahe – noch ein bissel näher – ach gleich auf meinen Schoß, Herzelein! Ich möchte Dir ganz lieb etwas sagen. Wirst [Du] mir fein zuhören? Das Mannerli wird erst am Dienstag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‚] jetzt – oder sei es und grolle mir – Dein Mannerli ist ja schon auf dem Weg zu Dir in diesem Augenblick. Und morgen, Sonntag, wo es bei Dir einkehren wollte, da ist es Dir schon so viel näher. Und noch einmal schlafen, Montag, da soll doch schon das Telegramm kommen – und dann dauert es gar nimmer lange. 48 Stunden nur mehr Geduld, Herzlieb – das Mannerli auch! Und warum? Weiterlesen!

08. August 1941

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Freitag, den 8. Aug. 1941

Herzallerliebste! Meine liebe, liebe [Hilde] Du!!!

Zählt mein Herzlieb denn auch fleißig die Tage mit? Sie rücken ganz schön schnell, aber bei uns[e]rer großen Sehnsucht möchten sie ja Flügel haben! Heute brachte mir Dein lieber Bote soviel Glückstrahlen und Freude – mein Herzlieb freut sich sooo sehr, daß ich nun kommen will! Ach – und nun ist doch ein bitterer Tropfen in alle Freude gefallen – Geliebte! Liebes Weib!! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Bald, bald komme ich! Weiterlesen!

27. März 1941

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Donnerstag, am 27. März 1941.

Mein geliebtes  Herz! Mein lieber, liebster [Roland]! Herzallerliebster!!

Heute ist der Himmel wieder ganz verhangen. Ein dicker, grauer Nebel erfüllt die Luft, man kann garnicht [sic] frei atmen. Und dazu regnet es so herzlich; unser ‚Starenschnee‘ ist schon zu einer dicken, braunen Soße geworden. Aber ich bin’s [sic] ganz zufrieden. Wir wollten ja eigentlich morgen uns[e]re Wäsche einweichen, aber bei diesem scheußlichen Wetter können wir’s nicht wagen – diese Unmenge faßt unser Oberboden unmöglich. Und obendrein, ich habe mir in den Kopf gesetzt zu bleichen. Der Rasen ist schon geeignet dazu – natürlich ohne Schnee und Matsch! Weiterlesen!