9. Mai 1942

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86.

[O.] Sonnabend, am 9. Mai 1942.

Herzensschätzelein! Geliebter! Mein lieber, guter [Roland]!

Du! Heute sitze ich im Stübchen, weil die Mutter in der Küche plättet, da ist[‘]s mir zu eng, zu warm! Du! Die Sonne scheint zu den Fenstern herein, offen stehen sie; ein herrlicher Maientag ist heute, der erste in solcher Pracht. Gleich wird es von uns[e]rer Uhr sieben schlagen, Herzelein! Von uns[e]rer schönen Uhr! Du! Den Feierabend kündigt diese Stunde an. Es gab für mich wieder allerhand Arbeit heute. Sämtliche Fenster putzte ich, weil Mutsch neue Gardienen aufmachen will. Überall wurde gewischt, gebohnert. Wäsche habe ich auch schon wieder gewaschen; eine ganze Leine voll Strümpfe und Socken, 2 Blusen, 2 Röcke und Kleinkram. Es häuft sich halt viel an bei uns. Weiterlesen!

25. Oktober 1941

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[Saloniki], Sonnabend, den 25. Okt. 1941

Herzelein! Geliebte, Du! Mein liebes, treues Weib!

Nun geht die Post wieder, und ich weiß, was mein Schätzelein treibt, kann wieder richtig teilnehmen an allem, kann immer um Dich sein! Heute erreichten mich die lieben Boten vom Sonnabend und Sonntag. Sei viellieb bedankt, Herzensschatz, Du! Oh du! Du!!! Weiterlesen!

03. Oktober 1941

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Freitag, am 3. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter!! Du mein lieber, guter [Roland]!!

Ach Du! Heute wärest Du doch beinahe zu kurz weggekommen! Du!! Denke nur, ich bin schon heute früh ½ 1000 [Uhr] gefahren, ich kam so am besten zurecht, weil ich gleich [ein] paar Einkäufe mit erledigen wollte. Denn von 12 – 15 [Uhr] sind die Geschäfte geschlossen, und ich wußte ja auch, daß die Glauchauer Verwandten beizeiten wieder zurück fahren mußten, wegen der Kinder. Und mit ihnen zu reden, war ja der eigentliche Beweggrund meiner Reise. Ehe ich fuhr bereitete ich den Eltern noch das Mittagessen vor, brachte meine Zimmer und den Flur in Ordnung. Da hatte ich von morgens 6 bis 9 [Uhr] ganz schön zu tun! Weiterlesen!

14. August 1941

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Donnerstag, den 14. August 41

Meine liebe, liebste [Hilde] Du! Herzallerliebste mein!!!

Nun bist Du heute wieder sooo sooooo lieb im Bilde zu mir gekommen – ach Du, Du!!! Das weckt doch alle Sehnsucht so mächtig aufs neue! Nun will ich Dich gar nimmer länger im Bilde nur sehen – und der nächste, der Dir so mit dem Kameraauge ins liebe Antlitz leuchtet, der will Dein Hubo sein, ja? Du!!! Sonst, werd[‚] ich eifersüchtig, ganz ganz sehr! Ich muß Dich ja so liebhaben auf allen Bildern! Sie sind wirklich sehr gut gelungen – Du!!! Du!!!!! Ich freue mich ganz sehr darüber. Sonnenkind! Mein!!! Mein!!! Ach Du! Ich bin doch so eigensinnig – aber Du bist es auch! Geliebte, Geliebte!!! Mein!!!!! Und wie fein Dir die Bulgarenbluse paßt und steht, das freut mich doch auch ganz sehr! Oh Geliebte!!! Geliebte!!! Ich muß mich sooo sehr sehnen! Ich will Dich aber nun bald wiedersehen – will umschließen und lieb umfangen, was mein ist, so ganz mein, Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Weiterlesen!

31. Januar 1941

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Freitag, den 31 Januar 1941.

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebste [Hilde] Du!!!

31 zählen wir heute! 31 lange Tage, 31 lange Briefe – rums – zu die Tür – der Februar beginnt, der kurze, 28 Tage – und nicht 28 Briefe – nein, nein! Du!!! Weniger Briefe und weniger Grüße und weniger Küsse – auf dem Papier! Aber dafür – Du! Du!! Herzlieb! Nun zählt der Kalender für uns! Endlich! Endlich Du!! Heute kommen Deine Boten – nun gleich zwei auf einmal! [S]o gierig ist der Hubo garnicht [sic]. Aber meinem [Hilde]lieb war das noch nicht genug, es bombardiert mich mit – diesmal mit Apfelsinen. Herzlieb! Es ist schon da, Dein Liebespaket! Weiterlesen!