01. Dezember 1941

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Mon­tag den 1. De­zem­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Ge­lieb­tes Herz! Du!!! Du!!!!!

Nach des heu­ti­gen Ta­ges reich­li­cher Ar­beit, und auch sonst, kom­me ich doch nun am al­ler­liebs­ten zu Dir! Ge­lieb­te! Die Ka­me­ra­den sind ins Kino ge­gan­gen. Dein Man­ner­li mag heu­te nicht vor der Flim­mer­wand sit­zen. Es ist  tau­send­mal lie­ber mit sei­nem Her­zen bei Dir! O Ge­lieb­te! Ich muß Dich so lieb­ha­ben! So Lieb­ha­ben. Wei­ter­le­sen!

16. Oktober 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 16.Oktober 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Ge­lieb­tes Weib! Du!!!

Sooo viel, viel Freu­de ist heu­te ein­ge­zo­gen bei mir mit Dei­nen lie­ben Bo­ten vom Don­ners­tag u.[nd] Frei­tag, Du! Ge­lieb­te! Freu­de in mei­nen frei­en Nach­mit­tag! Alle Wär­me und Freu­de kommt mir von Dir, ge­lieb­tes We­sen, sie über­strahlt auch den grau­es­ten Re­gen­tag, so wie wir ihn heu­te hier ha­ben. Herz­lieb! Ich muß an das Ge­spräch den­ken, das ich sei­ner­zeit mit Pas­tor B. führ­te und von dem ich Dir da­mals schrieb. Ich hat­te da­mals mei­nen gu­ten Glau­ben an den Bund der Ehe zu ver­tei­di­gen. Du! Du!! Wir wis­sen bei­de, wo die Klip­pen lie­gen und die Un­tie­fen, an de­nen das Schiff­lein uns[e]res Bun­des schei­tern konn­te. Wir dür­fen wohl sa­gen, daß wir mit Got­tes Hil­fe sie glück­lich um­fah­ren ha­ben. Wei­ter­le­sen!

11. Oktober 1941

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Sonn­abend, den 11. Ok­to­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se im­mer zie­he, muß­te ich ab­le­gen. Der Spieß hält frei­en Nach­mit­tag. Zum ers­ten Male, seit ich hier bin, ha­ben wir die Ar­beit ein­ge­holt. Und so ha­ben wir in der Schreib­stu­be auch frei tan­zen. Die jun­gen [sic] ha­ben sich schon ver­tru­belt [sic]. Ich sit­ze schon eine gan­ze Wei­le al­lein. Das ryth­mi­sche [sic] Rau­schen des Mee­res ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schwer wur­den mir die Au­gen­de­ckel, und so habe ich sie auch ru­hig ein Vier­tel­stünd­chen fal­len las­sen. Aber nun will ich Dein den­ken, gleich ein bis­sel auf Vor­rat. Wei­ter­le­sen!

6. Oktober 1941

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Mon­tag, den 6. Ok­to­ber 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Darf ich Dir noch ein bis­sel vor­phi­lo­so­phie­ren? Ich lag heu­te von 5 – 6 Uhr wach und habe an den Ge­dan­ken von ges­tern wei­ter­ge­spon­nen. Wei­ter­le­sen!

30. September 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Ge­lieb­tes Weib!

Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Sa­lo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft er­scheint al­les. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re war, das weiß ich, Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!