04. Oktober 1941

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Sonn­abend, am 4. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­ter! Mein liebs­ter [Ro­land], Du!!!

Die Glo­cken läu­ten den Fei­er­tag ein – Reichs­ern­te­dank­fest – wie schön, noch­mal so schön wäre mein Fei­er­abend, wenn Du bei mir wärst! Ge­lieb­ter!!

Es kann nicht sein – und so müs­sen wir nun wie­der, wie gut und tröst­lich ist es doch!, zum Pa­pier grei­fen, um we­nigs­tens uns[e]re Ge­dan­ken auf­zu­schrei­ben, sie dem liebs­ten Men­schen zu schi­cken, das [sic] er uns nahe ist und mit­er­lebt und -emp­fin­det. Das macht auch das Her­ze leicht, den Blick hell und er­füllt die See­le mit Freu­de; nichts tue ich doch lie­ber, als Dir mich mit­tei­len, als Dir schrei­ben! Wei­ter­le­sen!

07. April 1941

T&Savatarsm[410407-​1-​1]

Sonn­tag, den 7. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

2 lie­be Bo­ten sind wie­der zu mir ge­kom­men. Sie brach­ten mir so viel Lie­be, so viel in­ne­re Freu­de! Herz­lieb! Ich dan­ke Dir von gan­zem Her­zen. Und nun bin ich bei­na­he froh, daß all die Nach­rich­ten mich erst viel spä­ter er­rei­chen, so­daß ich nun hof­fen darf, die Zeit des bö­sen War­tens ist über­wun­den, mei­ne Bo­ten kom­men zu Dir, Und [sic] mein Herz­lieb fin­det sei­nen Schlaf wie­der und sei­ne hel­len Au­gen. Wei­ter­le­sen!

05. April 1941

T&Savatar[410405-​2-​1]

Sonn­abend, am 5. April 1941.

Mein ge­lieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Ro­land]!

Punkt 3 Uhr ist es, da ich mei­ne Zei­len an Dich be­gin­ne. ½ 400 [Uhr] kommt Va­ter in Ch. an und mit dem nächst­bes­ten An­schluß fährt er her­aus bis zu uns. Wir wol­len ihn nach­her ab­ho­len, Mutsch und ich. Va­ter ist bis 600 [Uhr] im Dienst. Wei­ter­le­sen!

14. Januar 1941

T&Savatarsm[410114-​2-​1]

Diens­tag, am 14. Ja­nu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein [Ro­land]!! Mein ge­lieb­ter [Ro­land]!!

Ich bin ja heu­te so glück­lich! So über­glück­lich! Du!! Zwei Bo­ten be­kam ich heu­te früh von Dir! 2 so lie­be Bo­ten! Ei­nen vom Sonn­abend, ei­nen vom Sonn­tag. Du!!! Du!!! Wenn Du wei­ter­hin mir so lieb schreibst! Dann bin ich ei­fer­süch­tig!! Wei­ter­le­sen!

29. Dezember 1940

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Sonn­tag, den 29. De­zem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!!

Ein grau­er, trü­ber Sonn­tag drau­ßen. Es reg­net. Al­ler Schnee ist zer­ron­nen. Was tun? Ich set­ze ich mich vor mei­nen Bo­gen und den­ke an mein Lieb, dann scheint die Son­ne so hell und warm, Du, mein Glück! Vor­hin kam schon ein Son­nen­strahl zu mir, Dein lie­ber Bote vom 2. Fei­er­tag. Ich dan­ke Dir für alle Lie­be und Treue, die Du mir dar­in wie so im­mer er­zeigst, dies­mal nur wie­der ein we­nig [a]nders. Ge­lieb­te! Das Ver­trau­en zwi­schen uns, das rest­lo­se höchs­te und letz­te Ver­trau­en, es ist das al­l­er­köst­lichs­te, es ist so­wohl die Frucht als auch die Knos­pe uns[e]rer gro­ßen, rei­nen Lie­be, es ist der blaue Him­mel uns[e]res Glü­ckes. Es ist, was un­se­ren Bund zum ein­zi­gen, ein­ma­li­gen, kost­ba­ren Be­sitz macht, was  ihn her­aus­hebt über alle an­de­ren en­gen Bin­dun­gen zu Freun­den und Ver­wand­ten; die­ses Ver­trau­en, das sei­ne sicht­ba­re Er­fül­lung fin­det in un­se­ren glück­lichs­ten Stun­den; die­se Stun­den, die alle Glück­se­lig­keit ver­lie­ren [w]ürden, wenn die­ses Ver­trau­en nicht be­stün­de. Wei­ter­le­sen!