17. März 1942

Aus­zug aus dem Brief mit Num­me­rie­rung

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39.

Diens­tag, am 17. März 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Du mein al­ler­liebs­ter [Ro­land]!

Son­nen­schein ist heu­te bei uns! Und blau­er Him­mel! Und die Vö­gel zwit­schern! Ach Du! Ich glau­be, nun wird bald Früh­ling, Her­zelein. Du hast ihn uns ge­bracht mit Dei­nem lie­ben Blu­men­gruß! Denn seit­dem be­gann es schön zu wer­den, Du! Ich freue mich ja soo! Wei­ter­le­sen!

9. November 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Sonn­tag, den 9. Nov. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mein lie­bes, lie­bes Her­zelein!

Ein­ge­trie­ben sind wir wie­der. Von uns[e]rer Wan­de­rung zum Ka­pel­len­berg. Du weißt schon, wel­chen ich mei­ne. Es ist ei­nes uns[e]rer liebs­ten Wan­der­zie­le ge­wor­den. Und heu­te ha­ben wir es auf ei­nem ganz neu­en Wege an­ge­steu­ert (wir sind doch See­leu­te!), der hat uns über­aus gut ge­fal­len. Es war aber auch ein Tag, der wie­der recht al­les im schöns­ten Lich­te zeig­te. So warm, daß wir – ge­gen 2 Uhr mach­ten wir uns auf den Weg – schwitz­ten. In der Son­ne wa­ren min­des­tens 20 Grad. Die­se Herbst­ta­ge hier sind zu köst­lich! Wei­ter­le­sen!

11. Oktober 1941

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Sonn­abend, den 11. Ok­to­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se im­mer zie­he, muß­te ich ab­le­gen. Der Spieß hält frei­en Nach­mit­tag. Zum ers­ten Male, seit ich hier bin, ha­ben wir die Ar­beit ein­ge­holt. Und so ha­ben wir in der Schreib­stu­be auch frei tan­zen. Die jun­gen [sic] ha­ben sich schon ver­tru­belt [sic]. Ich sit­ze schon eine gan­ze Wei­le al­lein. Das ryth­mi­sche [sic] Rau­schen des Mee­res ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schwer wur­den mir die Au­gen­de­ckel, und so habe ich sie auch ru­hig ein Vier­tel­stünd­chen fal­len las­sen. Aber nun will ich Dein den­ken, gleich ein bis­sel auf Vor­rat. Wei­ter­le­sen!

9. Oktober 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 9. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Zwei Tage ließ Dein Bote auf sich war­ten – heu­te ist er nun wie­der zu mir ge­kom­men und bringt mir so­viel Freu­de und Lie­be in Wort und Bild – ach, Ge­lieb­te, und auch Sehn­sucht, die Sehn­sucht weckt – und nun sind es heu­te doch erst 14 Tage, daß ein un­er­bitt­li­ches Schick­sal [mich] von Dei­ner Sei­te ent­führ­te, 2 Wo­chen erst, und ich mein­te doch auch fast, es wä­ren schon bald Mo­na­te! Sei für Dein lie­bes Ge­den­ken viel­lieb be­dankt! Wei­ter­le­sen!

8. Oktober 1941

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Mitt­woch, am 8. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­ter! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Ich sit­ze jetzt wie­der am Ti­sche, vor mei­nem lie­ben Pa­pier, das mir so ge­dul­dig stil­le hält je­den Tag. Es wird gleich 2 Uhr mit­tags sein. Ob­wohl noch vie­ler­lei Be­schäf­ti­gung war­tet, ich muß mich erst zu Dir set­zen, Herz­lieb! Die stil­le Mit­tags­stun­de ist mir die liebs­te Zeit dazu, da bin ich ganz al­lein mit Dir und mei­nen Ge­dan­ken. Die Mutsch ist fort. Va­ter schläft noch, wenn er Nachtdiens[t] hat. Und auch un­ten auf der Stra­ße ist es, als hal­te al­les ein Stünd­chen den Atem an – es kom­men we­nig Leu­te, we­nig lär­men­de Kin­der, die Wa­gen fah­ren sel­ten um die­se Zeit. Wei­terl­se­sen!