13. März 1942

[420313-​1-​1]

Frei­tag, den 13.März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Herz­blü­melein!

Ganz stil­le ist’s im Hau­se. Nur ein Rau­schen vom Meer her­auf und ein Häm­mern von der Werft. Und der lie­be Son­nen­schein mit 36° auf mei­nem Rü­cken. Der ist ja ganz lei­se, gelt? So lei­se wie der Mond­schein, daß er so­gar Lie­ben­de be­schlei­chen und be­lau­schen kann, Du!!! Wei­ter­le­sen!

04. Dezember 1941

[411204-​2-​1]

Don­ners­tag, am 4. De­zem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein liebs­ter [Ro­land]! Ge­lieb­ter Du!!

Die lie­be Son­ne möch­te schei­nen, sie gibt sich die größ­te Mühe durch­zu­drin­gen, durch die di­cken Schnee­wol­ken – ver­ge­bens. Es bleibt bei ei­nem Ver­such nur. Na, ich will ja heu­te so­wie­so nicht drau­ßen her­um­spa­zie­ren, ich sit­ze warm! Doch die lie­be Mutsch ist vor­hin, ½ 2oo [Uhr] wie­der nach Chem­nitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm an­ge­zo­gen. Und vom Bahn­hof bis zum Hau­se des Dr. V. ist es nur eine Vier­tel­stun­de. Wei­ter­le­sen!

01. Dezember 1941

[411201-​2-​1]

Mon­tag, am 1. De­zem­ber 1941

Her­zen­schät­ze­lein! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]! Du!!!

Mit­tags­stun­de ist. Stil­le rings um mich. Va­ter schläft. Mut­ter ist fort­ge­gan­gen, zu Oma nach M. Ich habe mei­ne Kü­chen­ar­beit be­en­det und nun will ich erst noch ein Weil­chen mit Dir plau­schen, ehe ich an die an­de­ren schrei­be. Nach B., auch eine klei­ne An­mel­dung an die bei­den Land­wir­te möch­te ich los­las­sen. Wei­ter­le­sen!

4. November 1941

T&Savatar[411104-​2-​1]

Diens­tag, am 4. No­vem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du!!! Mein Her­zens­man­ner­li! Mein [Ro­land]! Du!!!!!

End­lich ist Mit­tag! Ich bin fer­tig! Ich kann zu Dir kom­men, mein ge­lieb­tes Her­zelein! Oh Du!!! Wem schenk­te ich sie lie­ber, mei­ne Frei­zeit alle – als Dir, ge­lieb­tes Le­ben?! Wem, au­ßer mir, geht es wohl noch so gut, daß er sich gleich zu Mit­tag hin­setz­ten darf, um an den Herz­al­ler­liebs­ten zu schrei­ben? Du!! Oh Du!!!!! Du!!!!! Wir sind doch zwei rech­te Glücks­kin­der, mein [Ro­land]! Wei­ter­le­sen!

10. Oktober 1941

T&Savatar[411010-​1-​1]

Frei­tag, den 10. Ok­to­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

So reich bin ich be­schenkt wor­den heu­te – ich habe mich ja sooo sehr ge­freut und es so ganz be­son­ders glück­lich ge­spürt, wie so lieb Du mich hast! 2 lie­be, lie­be Bo­ten sind zu mir ge­kom­men vom Ern­te­dank­sonn­tag und des­sen Vor­abend. Und dazu ein gan­zer Kar­ton Schmät­ze [wohl Bai­ser­ge­bäck] – er steht jetzt ne­ben mir auf dem Ti­sche. Fein schme­cken die Kus­sel [wohl Küss­chen], die Ku­chen­kus­sel – die rich­ti­gen sind aber noch viel, viel sü­ßer, ja? Du!!! – sei taus­end­lieb be­dankt für all Dei­ne lie­ben Zei­chen. Ach Herz­lieb! Ich bin Dei­ner Lie­be ganz ge­wiß! Und doch geht es mir so wie Dir, daß ich es im­mer wie­der hö­ren und le­sen möch­te, wie so lieb Du mich hast. Wei­ter­le­sen!