1. August 1941

T&SavatarFrei­tag, am 1. Au­gust 1941.

Mein Ge­lieb­ter!! Du!!! Mein lie­ber[,] al­ler­liebs­ter [Ro­land]!

Du!!!!! Wo soll ich denn nun gleich an­fan­gen? Ich will Dir erst von ganz be­lang­lo­sen Din­gen er­zäh­len, Du!!!!! da­mit [sic] ich nicht über­lau­fe vor Freu­de und Ju­bel. Ach Herz­lieb! Du!!! Heu­te fällt mir doch das Stil­le­sit­zen fürch­ter­lich schwer! Kannst Du das be­grei­fen? Dein Frei­tag­brief ist doch heu­te ge­kom­men!!! Wor­in sooo vie­le Neu­ig­kei­ten ste­hen vom Ur­laub! Ach Du!!! Wenn der ab­han­den ge­kom­men wäre!!! Ich hät­te mich doch zu­schan­den ge­är­gert! Du!!!!! Also: Eben bin ich aus der Ba­de­wan­ne ge­stie­gen und habe bei mir ge­dacht und ge­rech­net, wie­vie­le Male mußt’ denn ei­gent­lich noch ohne Ba­de­meis­ter ba­den? Und da bin ich dar­auf ge­kom­men, daß es noch zwei Male sind! Wei­ter­le­sen!

17. Juni 1941

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Diens­tag, den 17. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Ge­lieb­te! Herz­lieb mein!!

2 lie­be Bo­ten sind heu­te zu mir ge­kom­men – fein der Rei­he nach – heut[‘] mit­tag ei­ner – und, ich habe mich ja ganz sehr ge­freut, nach Fei­er­abend noch ei­ner! Zu Fei­er­abend, wenn dann die Ge­dan­ken alle zu Dir ge­hen dür­fen – wenn wir dann auch ein we­nig Muße ha­ben – und noch ein Stünd­chen auf dem Bal­kon ste­hen, nach der [un]tergehenden Son­ne schau­en – oder wie ges­tern und heu­te nach dem Wet­ter­leuch­ten. Wei­ter­le­sen!

10. Juli 1941

T&SavatarDon­ners­tag, den 10. Juli 1941

Mein lie­ber Her­zens­schatz! Herz­lieb! [Hilde]lieb! Ge­lieb­te!!

Schatz! Komm mir nach! fol­ge mir nach! Her­rin!! Her­rin!!“ Herz­lieb, so rufst Du mir! Du!!! Du!!!!! Mir! Mir!! Oh – Ge­lieb­te! Ich kom­me, Du! Ich kom­me zu Dir! Oh Du! Sooo so­oooo [sic] ger­ne!!!!! Kein Ruf so lieb und süß und heim­lich und ver­hei­ßend noch ein­mal in die­ser Welt als der Dei­ne! Ge­lieb­te!! Oh Du! Mein Herz will mit dem Dei­nen ju­beln und dan­ken. Mit Dir will ich flie­hen und ins Käm­mer­lein – Dir ganz ge­hö­ren – eins sein mit Dir! Ge­lieb­te!! Wei­ter­le­sen!

4. Juli 1941

T&SavatarFrei­tag, den 4. Juli 1941

Mein lie­ber Her­zens­schatz, Du! Ge­lieb­te, Hol­de mein!

Mein, Du bist ges­tern Abend auch so müde ge­we­sen wie ich. Um 9 Uhr habe ich mich schla­fen ge­legt, die Au­gen woll­ten eben nim­mer of­fen blei­ben. Vor­ges­tern eine un­ru­hi­ge Ge­wit­ter­nacht mit leb­haf­ter Wan­zen­tä­tig­keit, ver­gan­ge­ne Nacht auf dem har­ten Tisch ge­le­gen – es ist also kein Wun­der. Da­für habe ich mich nun heu­te in der früh [sic] et­was zei­ti­ger auf­ge­macht, da­mit mein Herz­lieb sei­nen Bo­ten be­kommt. Wenn ich ra­ten soll, ist es heu­te auch schon auf­ge­stan­den – Ab­schied von der Som­mer­fri­sche? Ach, der ist nicht leicht, wenn es ei­nem recht ge­fal­len hat – das lei­di­ge Kof­fer­pa­cken. Spä­ter, Lie­bes, be­sor­gen wir das zu­sam­men, und da soll es uns nicht so schwer fal­len. Wei­ter­le­sen!

30. Juni 1941

T&Savatar[410630-​2-​1]

G., Mon­tag am 30. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb mein!

[Du] Merkst es wohl an mei­ner Über­schrift, daß ich un­be­ob­ach­tet schrei­ben kann? Du!! Es ist wie­der Mit­tag vor­bei, Dei­ne El­tern lie­gen mit­ein­an­der auf dem Sofa in der Wohn­stu­be, ich sit­ze am Tisch und den­ke Dein – die Mut­ter sitzt im Lehn­stuhl am Fens­ter und strickt. Fidi sitzt am Tisch und liest in klei­nen [B]üchern und in ei­nem Brie­fe von K.s. Sie hat mon­tags kei­ne Schu­le. Diens­tags, mitt­wochs, don­ners­tags[,] frei­tags, ins­ge­samt 15 Stun­den – bis jetzt – man möch­te ihr na­tür­lich ger­ne noch mehr auf­hal­sen. Aber da wird sie sich schon weh­ren, ohne jeg­li­che Hil­fe im Haus­halt kann sie das nicht leis­ten. Wei­ter­le­sen!