04. Oktober 1941

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Sonnabend, am 4. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter! Mein liebster [Roland], Du!!!

Die Glocken läuten den Feiertag ein – Reichserntedankfest – wie schön, nochmal so schön wäre mein Feierabend, wenn Du bei mir wärst! Geliebter!!

Es kann nicht sein – und so müssen wir nun wieder, wie gut und tröstlich ist es doch!, zum Papier greifen, um wenigstens uns[e]re Gedanken aufzuschreiben, sie dem liebsten Menschen zu schicken, das [sic] er uns nahe ist und miterlebt und -empfindet. Das macht auch das Herze leicht, den Blick hell und erfüllt die Seele mit Freude; nichts tue ich doch lieber, als Dir mich mitteilen, als Dir schreiben! Weiterlesen!

21. März 1941

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Freitag, am 21. März 1941.

Mein geliebtes Herz! Du mein lieber, guter [Roland]!!

Frühlingsanfang ist! Du!! Nun bricht sie an, die schönste Zeit im Jahre, voll Blühen und Werden. Und wir dürfen den deutschen Frühling nicht miteinander erleben – das ist traurig – aber, Herzlieb! Es wird ja jedes Jahr Frühling!! Und müssen wir ihn diesmal getrennt erleben, so im nächsten Jahre ganz gewiß miteinander! Du!! Und so Gott will[,] ist es dann ein Friedensfrühling! Herzlieb!! Du!! Wir wollen nur den lieben Herrgott recht innig darum bitten, daß wir beide diesen ersehnten Frühling im Frieden feiern dürfen. Du froh und gesund an meiner Seite! Ach Geliebter!! Wie voller Glück, wie voller Jubel wird dann mein Herz sein! Du!! Weiterlesen!

27. Januar 1941

T&Savatarsm[410127-1-1]

Montag, den 27. Januar 1941.

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebste [Hilde] Du!

Nun gehen sie hin und her zwischen uns, die Boten der überquellenden Freude, Du!! Herzlieb!!! Nun steht sie auch auf Deinem geliebten Antlitz so rein und dankbar und herzlich und kindlich! Weißt [Du]! Wie ein Kind, so kann ich mich wieder freuen mit Dir – aber nur mit Dir – und niemand sonst darf es sehen! Nun wogt es auch in Deinem Herzen! Du! Du!!! Wie Du Dich sehnst!! Wie Du meiner wartest! Was Dein B Hubo darüber empfindet: Du!! Du!!!! Du!!!!!!!!!!!!! Weiterlesen!

12. Januar 1941

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Sonntag, den 12. Januar 1941

Mein liebstes teures Herz! Geliebte Holde mein! Meine Hilde!

Mittag ist vorbei. Dein Hubo hat sich in die 1. Garnitur geworfen – weil Sonntag ist – er hatte sonst keinen Grund – doch noch einen heute: weil Kompaniefest sein soll. Eine komische Angelegenheit: nicht verbindlich – kein Programm – Tanz soll sein – weiß[t Du]: sie wollen noch mal das Kalb austreiben, ehe der Chef wiederkommt. Dein Hubo hält sich an den Programmpunkt, ‚unverbindlich‘, der ist mir der liebste – Du darfst nicht denken aus Verzicht, zu dem ich mich zwinge – ach Herzlieb! Geliebte!! Nach viel Besserem, Schönerem, viel, viel Reicherem steht mein Sinn, Du!!!! Nicht Verzicht und Bescheidenheit – Eigensinn und Anspruch und Liebe zu Wahrheit und Klarheit bestimmen mich, diesem Amüsierbetrieb abhold zu sein. Amüsieren, Du! Das Wort hätten wir beide nicht erfunden. Dazu sind wir nicht geschaffen. Weiterlesen!

1. Januar 1941

T&Savatarsm[410101-1-1]

Dienstag, den 31. Dezember 1940

Herzlieb! Meine liebe, liebe [Hilde]! Geliebte, Holde mein!

Der letzte Tag im Jahr heute. Hell und klar, an den Frühling gemahnend, verabschiedet sich das alte Jahr. Du! Die Sonne steigt wieder auf, freust Dich darüber?! Sie führt ein neues Jahr herauf mit seinem Grünen und Blühen, seinem Reifen und Fruchten. Weiterlesen!