14. Mai 1941

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Mittwoch, am 154. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein Herzlieb! Liebster [Roland]!

Noch ist kein Bote da von Dir, er hat sich mal wieder um einiges verspätet. Ich will mich noch garnicht sorgen, Herzlieb! Die Verspätung ist ja so natürlich. Du mußt trotz allem wohlauf und froh sein, ich fühl’s in mir, mein Lieb! Ich bin so innerlich froh, besonders heute. Du!! Ob Du wohl heute mein [sic] denkst, ganz besonders lieb? Weil meine Wangen [s]o sehr glühen – ich bin noch immer ein bissel abergläubisch!! Weiterlesen!

26. Dezember 1940

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Donnerstag den 26. Dez.[ember] 1940

Herzallerliebste, meine liebe, liebe [Hilde], Du!!

Eben bin ich zurück aus Eckernförde, es ist viertel nach zehn. Es war nicht schön. Ich traf die Kameraden am verabredeten Ort. In 3 Kneipen sind wir [’]rumgezogen, d[as] h[eißt] mich haben sie mitgezogen. Ich wollte ihnen den Spaß nicht gründlich verderben und zeigte mich willig für die Spanne Zeit, die ich bei mir für diesen Ausgang bewilligt hatte. Dann war ich unerbittlich. Wir haben auch noch zu abend gegessen. Einer hatte Fleischmarken mit. Dein Hubo hat nur Apfelsaft getrunken und ist ganz nüchtern zurückgekehrt. War ich doch wenigstens auf ein paar Stunden uns[’]rer Bude entflohen, die mir heute so auf die Nerven ging. Ach, Feiertage bei den Soldaten, lieber nicht. Jetzt ist es ziemlich ruhig. Etliche liegen schon in der Koje, und die Krakeeler sind noch in der Kantine. Weiterlesen!

04. Dezember 1940

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Mittwoch, d. 4. Dezember 1940

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!

Dein lieber Bote ist gekommen, Du!! Ich wußte es, daß die Sonne des Glückes auch in Dir strahlt, daß sie den Schmerz des Abschiedes verdrängen würde, so wie bei mir. Herzliebste! Deine Zeilen drängen mir den Gedanken auf: Du bist mir die liebste, einzigste, die würdigste, die holdeste, um deren Gunst und Liebe ich dienen und werben kann! Du schreibst recht: Warum immer wieder, darum fragen, darum sagen? Und doch macht es immer wieder Freude, es einander zu sagen und zu versichern, so wie wir es auch in unseren Tagen taten. Weiterlesen!

17. November 1940

Deutsches Reichsgesetzblatt 1892 018 0339
Verordnung, betreffend das Inkrafttreten der auf die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe bezüglichen Bestimmungen der Gewerbeordnungsnovelle vom 1. Juni 1891. Vom 28. März 1892. Deutsches Reichsgesetzblatt Band 1892, Nr. 18, S. 339. Lizenzfrei über Wikisource, 11.2015.
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Sonntag, den 17. November 1940

Herzallerliebste! Geliebte mein! Meine liebe, liebe [Hilde], Du!

Es geht jetzt alles bissel verquer, bei Dir wie bei Dir [^]mir. Siehst, schon wieder habe ich mich verschrieben. Ich hatte heute eine Wut im Leibe, Du! Denk, bis nach 5 Uhr haben wir im Schreibzimmer gesessen! Lauter alten Mist (entschuldige den drastischen Ausdruck) mußte ich erledigen, es wollt kein Ende nehmen. Ab 2 Uhr habe ich aber auch ein Gesicht aufgesetzt, das kann ihm nicht entgangen sein. Weißt, das ging gegen meine eiserne Grundsätze des Privatlebens: Sonntag, und am Sonntagnachmittag, gleich gar, wird nischt [sic] gemacht, und wenn es noch so brennt. Nichts Häßlicheres, als wenn der Sonntag so zum Alltag entwürdigt wird. Na, mit Rücksicht auf das kommende kam es zum Glück zu keiner Entladung meinerseits. Weiterlesen!

07. Oktober 1940

Volksschulklasse mit Lehrerin, geschmückt für das Erntedankfest. Kärnten, Ostmark, 1941. Foto: Dr. Helga Duffek-Kopper, Webseite: Krumpfendorfchronik, 10.2015.

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Montag, am 7. Oktober in K., 1940.

Herzallerliebster! Du mein geliebter [Roland]!

Es ist vorbei, das Gefühl des Verlassenseins, Du!

Was war das gestern? Es hatte mich wieder einmal übermannt. Schuld daran trug vielleicht meine gegenwärtige Umgebung; die schwermütige, süße Musik; die Unterhaltung der anderen, und ich mitten drin und doch so verlassen, so voll ungestümer Sehnsucht nach Dir, mein [Roland]. Weiterlesen!