11. November 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Diens­tag, den 11. Nov.[ember] 1941

Her­zens­schät­ze­lein!

Hast Du mich ge­fun­den? [Ich] Hab[‚] mich doch ein we­nig su­chen las­sen dies­mal, so wie Du Dich im Schmät­ze­l­pa­ket [Ge­bäck aus Bai­ser]. Hab[‚] ich mich denn da­für schon be­dankt? Du hat­test es doch kaum an­ge­kün­digt, da war es schon da ‒ ganz fri­sche Schmät­zel! Wei­ter­le­sen!

28. Oktober 1941

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Diens­tag, am 28. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, lie­ber [Ro­land]! Ge­lieb­ter!!!

Nach­mit­tag ist [es], ich bin mit mei­ner Haus­ar­beit fer­tig und set­ze mich erst ein Stünd­chen zu Dir, ehe ich mei­ne üb­ri­gen Pflich­ten er­le­di­ge; als da sind: noch 3 Brie­fe schrei­ben, an Hell­muth. Du! Ich hat­te in der Zeit noch­mal bei Mut­ter in K. an­ge­fragt nach dem ge­nau­en Ge­burts­tag, ich war näm­lich gleich stut­zig ge­wor­den, nach­dem ich es in Dei­nem Bo­ten nie­der­schrieb!, Hell­muths‘ [sic] Ge­burts­tag ist doch am 11.XI. Heu­te kom­me ich nicht drum her­um, ihm zu schrei­ben. Mor­gen habe ich Kin­der­schar, Don­ners­tag will ich Ku­chen ba­cken und Frei­tag rei­ne­ma­chen, Bet­ten über­zie­hen; denn am Sonn­abend rech­ne ich mit dem Be­such Dei­ner lie­ben El­tern! Wei­ter­le­sen!

5. Oktober 1941

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Sonn­tag, am 5. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]! Du!!!

Da ha­ben mich mei­ne An­zei­chen in be­zug auf Wet­ter­vor­her­sa­ge wie­der mal gründ­lich an der Nase her­um­ge­führt! An­statt heu­te früh vom Son­nen­schein ge­weckt zu wer­den, vom blau­en Him­mel, ver­schlief ich es ers­tens! Und muß­te um 8 [Uhr] von der Mutsch ge­weckt wer­den, um zur Zeit in die Kir­che zu kom­men. Und es be­grüß­te mich zwei­tens ein ganz grau­er, dick ver­ne­bel­ter Tag. Man sah kaum die Nach­bar­häu­ser. Und die­ser Ne­bel wich nicht bis zum Mit­tag, da erst lös­te er sich in Näs­se auf. Nun ist Luft ge­wor­den und dann und wann schaut ein­mal die lie­be Son­ne durch die Wol­ken­wand. Wei­ter­le­sen!

02. Oktober 1941

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Don­ners­tag, am 2. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]! Ge­lieb­ter!

Zu­erst muß ich mir et­was von der See­le schrei­ben, Du!! Ich habe ges­tern ge­lo­gen. Wirst Du böse sein? Du?!! Uns feh­len ein Paar Schlüs­sel, Du weißt, und ich habe in uns[e]rer Woh­nung al­les und alle Ecken durch­sucht, ich kann sie nir­gends fin­den. Und weil ich auch nun das um­ständ­li­che Auf­ein­an­der­war­ten we­gen der Schlüs­sel satt hat­te, bin ich zum Schlos­ser ge­gan­gen und habe mir paar neue ma­chen las­sen. Wei­ter­le­sen!

29. September 1941

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Mon­tag, am 29. Sep­tem­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Ro­land]!

Heu­te be­ginnt die ers­te Wo­che ohne Dich, Du!! Mon­tag ist. Und über­mor­gen fängt schon der neue Mo­nat an, Ok­to­ber. Die Zeit läuft un­auf­halt­sam wei­ter – sie läßt sich nicht auf­hal­ten. Und das ist auch gut so, Du!!! Wei­ter­le­sen!