2. Januar 1942

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Freitag, am 2. Januar 1942.

Herzensschätzelein! Mein geliebtes, teures Herz! Geliebter!

Du!!! Heute will ich wieder zu Dir kommen.

Gestern war ich nur immer in Gedanken bei Dir. Der 1. Januar war gestern. Du! Denke nur: wir schliefen bis um 10 vormittags! Nicht, daß wir so schlafbedürftig gewesen seien! Nein – es war das Gefühl des „Nichtsdrängens“, eben des Feiertags. Unser Papa schlief ja auch bis Mittag, wußten wir, und so waren wir mal ganz faul. Herzelein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Silvesterabend! Mußt es doch gespürt haben über alle Ferne, Du!!! Eine herrliche Nacht war es. So mondhell, frostklirrend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kirche heimgegangen, nachdem die Predigt zu Ende war und viele Leute noch das Abendmahl nahmen. Ganz allein ging ich auf der Straße. Wie war das doch schön! Über mir die unendliche Himmelsweite – so friedlich alles ringsher. Weiterlesen!

11. November 1941

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[Saloniki] Dienstag, den 11. Nov.[ember] 1941

Herzensschätzelein!

Hast Du mich gefunden? [Ich] Hab[‚] mich doch ein wenig suchen lassen diesmal, so wie Du Dich im Schmätzelpaket [Gebäck aus Baiser]. Hab[‚] ich mich denn dafür schon bedankt? Du hattest es doch kaum angekündigt, da war es schon da ‒ ganz frische Schmätzel! Weiterlesen!

28. Oktober 1941

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Dienstag, am 28. Oktober 1941.

Herzensschätzelein! Mein lieber, lieber [Roland]! Geliebter!!!

Nachmittag ist [es], ich bin mit meiner Hausarbeit fertig und setze mich erst ein Stündchen zu Dir, ehe ich meine übrigen Pflichten erledige; als da sind: noch 3 Briefe schreiben, an Hellmuth. Du! Ich hatte in der Zeit nochmal bei Mutter in K. angefragt nach dem genauen Geburtstag, ich war nämlich gleich stutzig geworden, nachdem ich es in Deinem Boten niederschrieb!, Hellmuths‘ [sic] Geburtstag ist doch am 11.XI. Heute komme ich nicht drum herum, ihm zu schreiben. Morgen habe ich Kinderschar, Donnerstag will ich Kuchen backen und Freitag reinemachen, Betten überziehen; denn am Sonnabend rechne ich mit dem Besuch Deiner lieben Eltern! Weiterlesen!

20. Oktober 1941

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Montag, am 20. Okt.[ober] 1941.

Herzensschätzelein! Du mein liebster [Roland]!

Wirst Dich wohl wundern über mein sonderbares Format des Briefpapieres!

Das ist auch wieder mal ein Notbehelf, Zeichen des Krieges! Ich bekam erst garkeins und dann noch dieses hier. Na, besser als keins! Ich kann Dir hier wenigstens noch immer alles schreiben, Du! Jetzt ist nun wieder Ruhe in meiner Burg. Um 3 [Uhr] ist es, nachmittags. Eben bin ich fertig mit aufräumen. Tante Gretchen habe ich vorhin zum 1333 [Uhr] Zug gebracht, die rollt jetzt schon nach Dresden zu! Die Arme, bei dem schlechten Wetter! Wenn sie nur beim Heimkehren ein warmes Stübchen hätte! Weiterlesen!

19. Oktober 1941

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Sonntag, am 19.10.1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Schätzelein Du!

Eben bin ich fertig mit plätten, muß doch wenigstens die Kissen auf dem Sofa beziehen und paar weiße Decken auflegen, wenn Besuch kommt!

Es ist gleich 14 Uhr. 1430 [Uhr] kommt die Tante. Ich will sie abholen vom Bahnhof. Es ist heute ganz scheußlich draußen. Es regnet und stürmt! Heute nacht gab es ein schreckliches Gewitter, taghell war es minutenlang. Weiterlesen!