07. Dezember 1941

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Am 2. Ad­vents­sonn­tag 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, al­ler­liebs­ter [Ro­land]!

Heu­te schneit es wie­der, kalt ist’s und ein Sturm hat sich auf­ge­macht. Aber gut tut ei­nem die Luft. Sie ist so rein. Die El­tern wol­len nach­her ein­mal nach M. lau­fen, hin­zu wol­len sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Groß­rei­ne­ma­chen los! Man hat’s so bis­sel leich­ter. Im Win­ter kann ich so­wie­so mei­ne Bet­ten nicht so drau­ßen her­um aus­brei­ten – aber der Staub muß trotz­dem her­aus. Und ich? was ich trei­be? Wei­ter­le­sen!

27. September 1941

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Sonn­abend, am 27. Sep­tem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Ge­lieb­ter [Ro­land]! Du!

Eben habe ich ei­nen lan­gen Schrei­be­brief [sic] an die lie­ben El­tern nach K. be­en­det. Ich zähl­te ih­nen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­ta­gen noch mit­ein­an­der un­ter­nah­men, er­leb­ten. Wie wir Dich aus­rüs­te­ten auf die Rück­rei­se, da­mit sie sich nicht sor­gen! Und wie der letz­te Tag in der Hei­mat ver­lief. Sie wer­den sich ge­wiß recht freu­en, daß ich sie mit teil­ha­ben las­se an al­lem. 4 lan­ge Sei­ten sind es ge­wor­den. Wir sind heu­te so­weit fer­tig mit un­se­rem Pro­gramm (Rei­ne­ma­chen)[,] ich den­ke nicht dar­an, mich zu über­stür­zen. Wäh­rend ich schrieb, stand ein He­fe­ap­fel­ku­chen im Ofen. Wei­ter­le­sen!

13. Juli 1941

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Sonn­abend, den 12.Juli 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­lieb! Ge­lieb­te mein!

Muß doch heu­te im­mer Dein den­ken, Du! Weil Ihr eben auch, die lie­ben El­tern ein­be­zo­gen, mei­ner denkt, al­ler denk­wür­di­gen Stun­den. Es war doch ein Sonn­abend – der dem heu­ti­gen ent­spricht. Herz­lieb! Ein herr­li­cher Tag ist es wie­der hier! Das Wet­ter an un­se­rem Hoch­zeits­tag? Du! Wir sind nicht aber­gläu­bisch, ja? Ich gehe mit Dir durch Dick und Dünn, Ge­lieb­te! Dick und Dünn, so war das Wet­ter da­mals. Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

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Sonn­abend, am 14. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein ge­lieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Ro­land]!

Eben schlägt die Uhr 3 am Nach­mit­tag, uns[e]re schö­ne Uhr, Herz­lieb! Weißt [Du] denn ei­gent­lich noch, wie sie aus­sieht? Du! Es ist doch ein Pracht­stück, Liebs­ter! Und sie hält jetzt ganz schön Schritt, geht ganz rich­tig mit der Kir­chen­uhr. Du hast sie ja so fein ein­ge­stellt, als Du bei mir warst! – Wenn Du jetzt in uns[e]re Stu­be schau­en könn­test, dann wür­dest Du viel­leicht stau­nen! Herz­lieb! Ich habe näm­lich Män­ner­be­such!! Wei­ter­le­sen!

13. Juni 1941

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Frei­tag, am 13. Juni 1941.

Mein [Ro­land]!!! Mein Herz­lieb!!! Du!!! Du!!!!!

Sag? hörst Du mich ju­beln? Siehst Du, wie ich strah­le vor Freu­de? Und vor Stolz? Du!!! Du!!! Ach – wenn Du jetzt bei mir sein könn­test!!! Herz­lieb! Mir ist ja heu­te so­oooo­viel Freu­de und Glück zu­teil ge­wor­den!!! Ach Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!