2. Januar 1942

[420102-2-1]

Freitag, am 2. Januar 1942.

Herzensschätzelein! Mein geliebtes, teures Herz! Geliebter!

Du!!! Heute will ich wieder zu Dir kommen.

Gestern war ich nur immer in Gedanken bei Dir. Der 1. Januar war gestern. Du! Denke nur: wir schliefen bis um 10 vormittags! Nicht, daß wir so schlafbedürftig gewesen seien! Nein – es war das Gefühl des „Nichtsdrängens“, eben des Feiertags. Unser Papa schlief ja auch bis Mittag, wußten wir, und so waren wir mal ganz faul. Herzelein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Silvesterabend! Mußt es doch gespürt haben über alle Ferne, Du!!! Eine herrliche Nacht war es. So mondhell, frostklirrend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kirche heimgegangen, nachdem die Predigt zu Ende war und viele Leute noch das Abendmahl nahmen. Ganz allein ging ich auf der Straße. Wie war das doch schön! Über mir die unendliche Himmelsweite – so friedlich alles ringsher. Weiterlesen!

15. Juni 1941

[410615-1-1]

Sonntag, den 15. Juni 1941

Meine [Hilde]! Du!! Mein liebes teures Weib! Mein Herzlieb!

Mittagstunde ist eigentlich jetzt. Heiß ist es draußen. Aber ich bin doch gar nicht müde – will lieber mit Dir plaudern – ja, Du Liebes! Willst [Du] denn auch zuhören – oder bist so müde? Ich weiß schon, wenn der Hubo da ist, da ist mein Herzlieb so munter – und hungrig – satt und müde war es immer erst, wenn er fort fuhr – hab doch mein Weiberl noch gar nicht so gesehen – oder doch, einmal! Du!!!!! Weiterlesen!

11. Juni 1941

[410611-2-1]

Mittwoch, am 11. Juni 1941.

Mein geliebter, guter [Roland]! Du!!! Mein Herzlieb!

Du!! Ich habe heute nacht von Dir geträumt – oh Du!!! So ganz lieb! Sooo lieb hattest Du mich! Geliebter!! Ach, wie sehr muß ich mich sehnen nach Dir, Herzlieb!!! Du!! So ganz sehr muß ich mich sehnen! Du!!! Weiterlesen!

07. Juni 1941

T&Savatar[410607-2-1]

Sonnabend, am 7. Juni 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein lieber, guter [Roland]!!

Herzlieb Du!! Wochenende ist heute, zur Abwechslung wieder einmal trübe und kühl, es tut richtig wohl nach den heißen Tagen. Wie sehr ich trotz meines fortwährenden Wärmebedürfnisses doch ein rechtes Schattenpflänzchen bin, das spüre ich hier wieder einmal ganz deutlich. Gar so viel Sonne mag ich nicht. Man ist so müde, abgespannt, so lustlos an so heißen Tagen – und das kann ich an mir garnicht leiden. Heute war ich wieder richtig munter – ich mag die Kühle doch recht gern. Aber Du!! Die Kühle bei meinem Mannerli, ich glaub´ – die hätte ich nicht so gerne – Du!!! Oh Du!! Du!! Die würde mir weh tun, so bitter weh, Geliebter!! Aber Du!! Herzlieb!! Muß ich sie denn fürchten, die Kühle von Dir? Nein!!! Nein!!! Ich glaub‘ es nie und nimmer! Du!!! Weiterlesen!

26. Mai 1941

T&Savatar[410526-2-1]

Montag, am 26. Mai 1941.

Mein liebes teures Herz! Du mein liebes, herzliches Mannerli.

Du!! Heute früh kamen wieder zwei liebe Boten von Dir an. Ich freue mich ja so sehr, Geliebter!! Ich hab[‚] Dich ja sooo lieb, Du!!! Und ich danke Dir viellieb [sic] und herzlich für Dein treues Gedenken und Deine große Liebe! Mein [Roland]!! Vom Sonnabend und Sonntag den 17. + 18. Mai sind die Boten. Sie gehen jetzt garnicht mehr l[a]nge bis zu mir, nicht wahr? 7 Tage! Fein!! Und nun hat mein Lieb endlich, endlich mal wieder etwas von mir in Händen! Ach Du!! Ich freue mich doch so sehr mit Dir, mein Schatz. Es ist furchtbar, wenn man so lange warten muß auf ein Zeichen – ach, ich kenne es ja auch! Du!! Hoffentlich bleibt nun in Zukunft die gute Verbindung bestehen und Du mußt nicht noch einmal an einen neuen Ort wandern. Ach – man weiß es nicht. [I]ch wünschte, Du könntest da sei, bis der böse Krieg zu Ende ist – wenigstens, bis Du heim darfst. Ja Herzlieb! Ich hoffe im Geheimen immer noch, daß Du eher heim darfst, als der Krieg aus ist! Gebe Gott, daß alles zum Guten sich wende! Du!!! Mein herzlieber [Roland]! Weiterlesen!