04. Dezember 1941

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Don­ners­tag, am 4. De­zem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Mein liebst­er [Ro­land]! Ge­lieb­ter Du!!

Die lie­be Son­ne möch­te schei­nen, sie gibt sich die größ­te Mühe durch­zu­drin­gen, durch die di­cken Schnee­wol­ken – ver­ge­bens. Es bleibt bei ei­nem Ver­su­ch nur. Na, ich will ja heu­te so­wie­so nicht drau­ßen her­um­spa­zie­ren, ich sit­ze warm! Doch die lie­be Mut­sch ist vor­hin, ½ 2oo [Uhr] wie­der nach Chem­nitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm an­ge­zo­gen. Und vom Bahn­hof bis zum Hau­se des Dr. V. ist es nur eine Vier­tel­stun­de. Wei­ter­le­sen!

01. Oktober 1941

T&Savatar[411001-​2-​1]

Mitt­wo­ch, am 1. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­ter! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Heu­te sieht der Him­mel aus wie ein schmut­zi­ger Sack. Grau in grau, bis nach 900 [Uhr] vor­mit­tags muß­te ich Licht bren­nen! Das vor­aus­ge­ahn­te Re­gen­wet­ter ist da! Und in ei­nem Aus­ma­ße, daß [sic] an Er­gie­big­keit nichts zu wün­schen üb­rig läßt. Na, mei­net­we­gen – ich kann im Trock[e]nen sit­zen und Du? Herz­lieb? Du mußt Dich auch nicht mehr d[a]rüber grä­men; denn Du hast viel­leicht ei­tel Son­nen­schein um Dich heu­te?! Wei­ter­le­sen!

10. Juli 1941

T&SavatarDon­ners­tag, den 10. Juli 1941

Mein lie­ber Her­zens­schatz! Herz­lieb! [Hilde]lieb! Ge­lieb­te!!

Schatz! Komm mir nach! fol­ge mir nach! Her­rin!! Her­rin!!“ Herz­lieb, so rufst Du mir! Du!!! Du!!!!! Mir! Mir!! Oh – Ge­lieb­te! Ich kom­me, Du! Ich kom­me zu Dir! Oh Du! Sooo so­oooo [sic] ger­ne!!!!! Kein Ruf so lieb und süß und heim­li­ch und ver­hei­ßend noch ein­mal in die­ser Welt als der Dei­ne! Ge­lieb­te!! Oh Du! Mein Herz will mit dem Dei­nen ju­beln und dan­ken. Mit Dir will ich flie­hen und ins Käm­mer­lein – Dir ganz ge­hö­ren – eins sein mit Dir! Ge­lieb­te!! Wei­ter­le­sen!

6. Juli 1941

T&SavatarSonn­tag, den 6. Juli 1941

Mein lie­bes, teu[e]res Herz! Mei­ne lie­be, liebste [Hil­de]!

Nun bist Du wie­der zu mir ge­kom­men heu­te, Ge­lieb­te! Ach, ich habe ja gar nicht so lan­ge mich ge­dul­den müs­sen – und nun ist al­les wie­der gut! 5 lie­be Bo­ten sind ge­kom­men heu­te – alle fein der Rei­he nach aus der Som­mer­fri­sche. Ich dan­ke Dir ja sooo sehr für Dein lie­bes Ge­den­ken und Dei­ne Be­rich­te! Herz­lieb! Spiel­st ja mit mir Ver­steck – heu­te hier – mor­gen da – Du Schlin­gel! – und läßt den Hubo hin­ter­drein­lau­fen – ach, er läuft ja so gern ein­mal hin­ter Dir her, Du!!! – aber wenn es zu lan­ge dau­ert, Du! Da nehm[‘] ich ei­nen An­lauf und ha­sche Dich, Du! – und krieg[‘] Dich ein – und dann be­gu­ck[‘] ich mir die Vor­der­sei­te von mei­nem Her­zens­schatz, da ist doch viel mehr zu se­hen – und dann ver­sperr[‘] ich Dir den Weg, bis Du mich mit­nimmst an Dei­ner Sei­te, Du!!! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

21. Juni 1941

T&SavatarSonn­abend, den 21. Juni 41

Mein lie­ber Her­zens­schatz! Herz­lieb, Ge­lieb­te mein!

Siehst, so kann es leicht kom­men, daß man den­ken kann, der Ge­frag­te gehe auf die Fra­ge gar nicht ein. Heut kam der Bote vom 6. Juni 1941 zu mir, ein Nach­züg­ler, auf den ich gar nicht acht hat­te, in dem Du mich so lieb viel Lie­bes frag­test, Du!!! Jetzt muß ich aber mein Herz­lieb erst mal ganz lieb her­zen und küs­sen. Hat es mich denn so sehr lieb? Muß es sich sooo sehr seh­nen? Wer macht ihm denn so­viel Un­ru­he? Der alte lan­ge Hubo – der so­viel Lie­be und Freu­de [sic] – – wo­mit hät­te er sie ver­dient? Ach Herz­lieb! Wie­viel Un­ru­he ist in Dir – nun werd[‘] ich doch bald ein­mal kom­men müs­sen, Ge­lieb­te! So­viel Un­ru­he! Und wenn ich Dir hel­fen möch­te heu­te, muß ich ja sa­gen – und möch­te Dir lieb sein mor­gen, muß ich nein sa­gen, muß mir wi­der­spre­chen. Das tut Dein Man­ner­li aber gar nicht gern! Und da­für fühlt er sich als Steu­er­mann, daß er ei­nen ge­ra­den Kurs hält. Wei­ter­le­sen!