01. Oktober 1941

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[Thessaloniki] Mittwoch, den 1. Oktober 1941

Herzallerliebste! Meine liebe, liebe [Hilde]!

Ob man sich auch dagegen sträubt, es kommt doch alles nun wieder ins alte Geleise. Daß man einmal aus dem Geleise gerissen wird, daß man nicht festfährt in einem Geleise, das ist wichtig für das Leben, und das müssen wir uns auch für später merken. Das Schulmeisterleben ist so angelegt, daß es zu solchem Festfahren schwerlich kommt. Ob [w]ir auch einmal Eheferien brauchen, um nicht festzufahren? Ich nicht. Und Du? – Ich werde Dir keine bewilligen! Weiterlesen!

27. September 1941

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Sonnabend, am 27. September 1941.

Herzensschätzelein! Geliebter [Roland]! Du!

Eben habe ich einen langen Schreibebrief [sic] an die lieben Eltern nach K. beendet. Ich zählte ihnen auf, was wir an all den schönen Sonnentagen noch miteinander unternahmen, erlebten. Wie wir Dich ausrüsteten auf die Rückreise, damit sie sich nicht sorgen! Und wie der letzte Tag in der Heimat verlief. Sie werden sich gewiß recht freuen, daß ich sie mit teilhaben lasse an allem. 4 lange Seiten sind es geworden. Wir sind heute soweit fertig mit unserem Programm (Reinemachen)[,] ich denke nicht daran, mich zu überstürzen. Während ich schrieb, stand ein Hefeapfelkuchen im Ofen. Weiterlesen!

16. August 1941

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Sonnabend, den 16. August 1941

Herzensschätzelein! Geliebtes Weibchen! Du!!! Du!!!!!

Ach, ist es denn so klein, mein Herzlieb? Daß mir nur die chen und lein gefallen mögen? Ist doch alles sooo groß an ihm: die Ärmchen und Händlein, und die Beineln und Füßeln – das Köpfchen ist ja nicht groß – und das Mündchen, grad recht zum Küssen – und das Herzelein – grad recht zum Liebhaben über alles in der Welt – ach Geliebte! Geliebte!!! Ich glaub[‘], das Mannerli will es heut[‘] ganz lieb und zärtlich mit Dir meinen – wie immer – aber manche Tage doch mehr – wirst’s schon merken – später, Du!!! Geliebte! Nun darf ich doch auch zärtlich sein – mit Dir, mit Dir!!! Du!!!!! Weiterlesen!

08. August 1941

Auszug aus dem Brief mit Strich
Auszug aus dem Brief mit Strich

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Freitag, am 8. August 1941.

Geliebtes, teures Herz! Du mein lieber, guter [Roland]! Du!!

Herzlieb!! Eben bin ich aus der Badewanne gestiegen, ach Du! Mir zittern richtig die Hände, so sehr habe ich gearbeitet. Ich bin schon ganz fertig mit Reinemachen, denke nur mal! Und schon gebadet! Und dabei zeigt die Uhr erst ½ 3 [Uhr] am Nachmittag. Ich mußte mich so sehr beeilen, weil ich noch viel anderes vor habe [sic]. Geheimnis!! —— [siehe Abbildung] Weiterlesen!

08. August 1941

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Freitag, den 8. Aug. 1941

Herzallerliebste! Meine liebe, liebe [Hilde] Du!!!

Zählt mein Herzlieb denn auch fleißig die Tage mit? Sie rücken ganz schön schnell, aber bei uns[e]rer großen Sehnsucht möchten sie ja Flügel haben! Heute brachte mir Dein lieber Bote soviel Glückstrahlen und Freude – mein Herzlieb freut sich sooo sehr, daß ich nun kommen will! Ach – und nun ist doch ein bitterer Tropfen in alle Freude gefallen – Geliebte! Liebes Weib!! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Bald, bald komme ich! Weiterlesen!