13. Juni 1938

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12.6.38.

O., am 12. Juni 1938.

am 13. Juni 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Heu­te vorm Kirch­gang er­hielt ich Ihre lie­ben Zei­len. Es war nicht gut für mich; denn die Auf­merk­sam­keit ließ sehr zu wün­schen üb­rig. Ich hät­te Ih­nen ger­ne dies und je­nes von der letz­ten Pre­digt uns[e]res Herrn Pfar­rer mit­ge­teilt. Wei­ter­le­sen!

11. Juni 1938

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7.6.38

B. am 11. Juni 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Wie soll ich das ab­bit­ten? Ich war klein­gläu­big und miß­trau­isch und tat Ih­nen weh. Mit dem Miß­trau­en habe ich zu­wei­len zu kämp­fen. Ein Schuß da­von ist zu­wei­len auch gut und heil­sam, aber im Ver­hält­nis zu Ih­nen darf ich es nicht dul­den. Ver­zei­hen Sie mir. Wei­ter­le­sen!

5. Juni 1938

Chor beim Ausflug, vor dem Briefwechsel etwa 1937 oder 1938; Vollbild siehe: http://www.tonkuhle.de/news/21559-trug-und-schein-ein-briefwechsel.html
Chor beim Aus­flug, vor dem Brief­wech­sel etwa 1937 oder 1938; Voll­bild sie­he: http://​www​.ton​kuh​le​.de/​n​e​w​s​/​2​1​5​5​9​-​t​r​u​g​-​u​n​d​-​s​c​h​e​i​n​-​e​i​n​-​b​r​i​e​f​w​e​c​h​s​e​l​.​h​tml

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3.6.38

O., am 5. Juni 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Son­nen­hell und klar brach heu­te der Pfingst­mor­gen an, ein Wet­ter, wie es wohl schö­ner nicht zu wün­schen ist. Ich freue mich ja so für Sie; denn nun kann ja Ihre kur­ze Ur­laubs­zeit erst die rech­te Er­ho­lung sein.

In der Kir­che hat mir[‚]s heu­te wun­der­schön ge­fal­len — der Al­tar­platz und die Kan­zel wa­ren ge­schmückt mit jun­gem Grün und die Son­ne schien her­ein auf all die Men­schen, die ge­kom­men wa­ren, Got­tes Wort zu hö­ren. Das ei­gen­ar­tig Schö­ne aber war, daß ich Sie heu­te zum ers­ten Male in der Kir­che so ganz nahe bei mir fühl­te — und be­son­ders dann, wenn Herr Kan­tor die Or­gel spiel­te. Erst lei­se, ver­hal­ten — dann im­mer ju­beln­der und jauch­zen­der, daß man glaubt, die Töne fin­den schier kei­nen Raum mehr. Dann sah ich in Ge­dan­ken Sie an sei­ner Stel­le sit­zen. Und ich muß Ih­nen an­ver­trau­en, was ich schon so lan­ge wünsch­te: Ich möch­te ein­mal still zu­hö­ren dür­fen, w[en]n Sie so von gan­zer See­le spie­len — ich lie­be Or­gel­mu­sik sehr.  Wei­ter­le­sen!

29. Mai 1938

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31.5.38

L. am 29.5.38

2.6.38

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Sie ha­ben den An­stoß dazu ge­ge­ben, daß ich mich mehr als sonst mit mir selbst be­schäf­ti­ge. Auf mei­nen Spa­zier­gän­gen und Wan­de­run­gen sind Sie mein un­sicht­ba­rer Be­glei­ter und Zu­hö­rer, der mich nö­tigt, Re­chen­schaft ab­zu­le­gen, mich mit­zu­tei­len und ver­ständ­lich zu ma­chen, sind Sie die ge­heim­nis­vol­le Per­son, die mich nö­tigt, mei­ne Sa­chen, mein Le­ben zu ord­nen. Wei­ter­le­sen!

28. Mai 1938

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O., am 28. Mai 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Sie wer­den un­ter­des­sen die Grü­ße von un­se­rem fröh­li­chen Bei­sam­men­sein er­hal­ten ha­ben, das wir am Pol­ter­aben­de uns[e]rer Sing­stun­den­ka­me­ra­din Ilse Wend im Re­stau­rant Ger­ma­nia” ab­hiel­ten. Heu­te nun, nach­dem der klei­ne Rausch aus­ge­schla­fen und die Trau­ung voll­zo­gen ist, will ich Ih­ren lie­ben Brief be­ant­wor­ten.

Viel­leicht in­ter­es­siert es Sie, et­was über die Vor­gän­ge in Ih­rer al­ten Hei­mat zu hö­ren. Wei­ter­le­sen!