06. Februar 1939

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O., am 5. Februar 1939.

am 6. Februar 1939.

Mein lieber [Roland]!

Einmal sagte ich Ihnen schon, daß ich fühle, wenn Ihr Bote naht. So auch heute. Kurz vor 8 erwachte ich — hörte die Uhr schlagen — lag dann mäuschenstill und lauschte. Bald darauf trabte einer den Gang herein und umständlich die Treppe herauf. Ich hörte den Brief fallen. Weiterlesen!

03. Februar 1939

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L. am 3. Febr. 1939.

Meine liebe [Hilde]!

Im vorletzten Briefe schrieben Sie: „Ich dachte an Sie, während Sie fleißig arbeiteten“. Das ist allzu respektvoll gesprochen von meiner Arbeit, zumal von meiner Arbeit gegen 22 Uhr. Ach [Hilde], sie hat gar nicht geschmeckt vergangene Woche. Weiterlesen!

30. Januar 1939

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O., am 30. Januar 1939.

Mein lieber [Roland]!

Eine Woche liegt nun erst zwischen unserem letzten Zusammensein — viel länger scheint mir[‚]s schon. Voll Dankbarkeit las ich Ihren lieben Brief immer wieder. Wie fleißig haben Sie meiner täglich gedacht, trotz aller Arbeit. Man soll im Glück nicht zu laut jubeln — mir fällt das jetzt wahrhaftig schwer.

Das neue Jahr ließ uns beide schon erkennen, daß es einen stürmischen Anfang nimmt. Wie viele Überraschungen hält es wohl noch bereit? Der vergangene Sonnabend war ein wahrer Glückstag. Weiterlesen!

27. Januar 1939

Rangabzeichnungen der NSDAP, ca. 1930, Quelle: National Archives & Records Administration, Aufgeladen von OberRanks, 3 January 2010, http://en.wikipedia.org/wiki/File:EarlyNaziPartyRanks-NARA.jpg, heruntergeladen Dez 2013
Rangabzeichnungen der NSDAP, ca. 1930, Quelle: National Archives & Records Administration, Aufgeladen von OberRanks, 3 January 2010, http://en.wikipedia.org/wiki/File: EarlyNaziPartyRanks-NARA.jpg, heruntergeladen Dez 2013

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L. am 23. Jan. 1939

Am Montag.

Meine liebe [Hilde]!

Eben komme ich von meinem Spaziergang nach Hause. Einen Blick mußte ich werfen nach dem Westen. Vergangene Woche war ich einigemale [sic] abends unterwegs. Wenn Gedanken und Gefühle mich bestürmen, dann treibt es mich hinaus. Es ist, als ob sie tief dann unter dem gleichmäßigen Puls meiner Schritte besser ordnen ließen. So war es am Mittwoch, so am Donnerstag, als ich den Brief an Ihre Mutter zum Auto gebracht hatte, so am Freitag, als ich Ihren Brief besorgte. Es war eine böse Woche, ein wildes Karussell der Gedanken und Gefühle. Weiterlesen!

25. Januar 1939

„Danzig ist Deutsch”, NSDAP Propagandaplakat, 1939. Quelle: Georg Hammrich. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nazi_World_War_II_poster_Danzig_is_German.jpg, herunterladen Dezember 2013.
„Danzig ist Deutsch”, NSDAP Propagandaplakat, 1939. Quelle: Georg Hammrich. http://commons.wikimedia.org/wiki/File: Nazi_World_War_II_poster_Danzig_is_German.jpg, herunterladen Dezember 2013.

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O., am 25. Januar 1939.

Mein lieber, guter [Roland]!

Unserer Vereinbarung gemäß will ich Ihnen meine gute Heimkehr mitteilen und ein paar Zeilen schreiben.

Wenn sich die Briefe zweier Liebenden kreuzen, so sei das ein gutes Zeichen, heißt ein altes Sprichwort.

Ob wir nun in der einen Hinsicht dieses Wort auf uns beziehen [k]önnen, getraue ich mich nicht zu behaupten. Aber an das gute Zeichen wollen wir glauben, nicht wahr?

Zweimal schon schrieben Sie mir: „Ich muß die Schreiberin dieser Briefe liebhaben.“ — Ich will ganz ehrlich sein.

Wenn ich an die beiden vergangenen Tage, besonders an den Sonntag denke, überströmt mich ein so tiefes Glücksgefühl. Ich bin nun einmal mehr gewiß, daß das, was Sie mir schrieben, die Wahrheit ist. Gezweifelt habe ich nie an Ihnen und [w]erde es auch nicht können. Ich konnte nur nicht fassen, daß Ihre Worte Wahrheit sind — ganz tief drinnen im Herzen bewahrte ich sie auf. Ich hatte Angst, Ihnen darüber zu schreiben, Ihnen davon zu sprechen; den ich meinte, es müßte dann alles zerrinnen wie ein schöner Traum.—

Auch Sie selbst können das Neue, das am Jahresanfang auf uns einstürmt, noch nicht ruhig und gefaßt hinnehmen. Weiterlesen!