2. Januar 1942

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Freitag, am 2. Januar 1942.

Herzensschätzelein! Mein geliebtes, teures Herz! Geliebter!

Du!!! Heute will ich wieder zu Dir kommen.

Gestern war ich nur immer in Gedanken bei Dir. Der 1. Januar war gestern. Du! Denke nur: wir schliefen bis um 10 vormittags! Nicht, daß wir so schlafbedürftig gewesen seien! Nein – es war das Gefühl des „Nichtsdrängens“, eben des Feiertags. Unser Papa schlief ja auch bis Mittag, wußten wir, und so waren wir mal ganz faul. Herzelein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Silvesterabend! Mußt es doch gespürt haben über alle Ferne, Du!!! Eine herrliche Nacht war es. So mondhell, frostklirrend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kirche heimgegangen, nachdem die Predigt zu Ende war und viele Leute noch das Abendmahl nahmen. Ganz allein ging ich auf der Straße. Wie war das doch schön! Über mir die unendliche Himmelsweite – so friedlich alles ringsher. Weiterlesen!

10. Januar 1942

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Sonnabend, den 10. Januar 1942

Herzallerliebste! Meine liebe, liebe [Hilde]. Du! Mein! Mein!!!

Sonnabend ist. Um 5 Uhr haben wir Listen, Akten und Schränke zugeklappt – Feierabend. Am Sonnabend ist dieser Feierabend doch um ein paar Grad freundlicher, einmal ein wenig früher und dann mit der Aussicht auf ein paar Stunden Freizeit mehr. Weiterlesen!

09. Januar 1942

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[Saloniki] Freitag, den 9. Januar 1942

Mein liebes, teures Herz! Du, meine liebe, liebe [Hilde]!

Schätzelein! Vorwärts drängt die Zeit – und morgen ist der längliche Januar schon zweistellig. Luftwärts [sic] streben die Tage zur Höhe des Jahres und wir ergeben [sic] uns nicht zufrieden in diesen Lauf des Jahres, froh jedes neuen Tages – wir schauen unruhig aus, vorwärts und rechnen, überschlagen – wann wird Frieden sein, Frieden?! Weiterlesen!