07. Dezember 1941

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Am 2. Ad­vents­sonn­tag 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, al­ler­liebs­ter [Ro­land]!

Heu­te schneit es wie­der, kalt ist’s und ein Sturm hat sich auf­ge­macht. Aber gut tut ei­nem die Luft. Sie ist so rein. Die El­tern wol­len nach­her ein­mal nach M. lau­fen, hin­zu wol­len sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Groß­rei­ne­ma­chen los! Man hat’s so bis­sel leich­ter. Im Win­ter kann ich so­wie­so mei­ne Bet­ten nicht so drau­ßen her­um aus­brei­ten – aber der Staub muß trotz­dem her­aus. Und ich? was ich trei­be? Wei­ter­le­sen!

06. Dezember 1941

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Sonn­abend, am 6. De­zem­ber 1941

Mein lie­bes Her­zelein! Ge­lieb­ter!! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Nun ist es bald nach­mit­tags um 5 [Uhr]. Ich habe eben das letz­te Blech voll Ha­fer­flo­cken­plätz­chen aus dem Ofen ge­zo­gen. Du!! Von de­nen be­kommst auch eine Pro­be! Die sind für Weih­nach­ten be­stimmt; denn die an­de­ren fei­nen, weißt? die ha­ben wir doch tat­säch­lich auf­ge­ges­sen. Es wa­ren halt nicht ge­nug ­— wir aßen nur je­des 4 Stück – auf ein­mal wa­ren sie alle. So ver­fres­sen sind wir!! kannst Dir ei­nen Be­griff ma­chen! Du!! Ich will dies­mal al­les ganz weit fort ver­ste­cken. Dann wird sich’s schon bis Weih­nach­ten hal­ten. Wei­ter­le­sen!

06. Dezember 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Sonn­abend, den 6. Dez[ember]. 1941.

Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Ge­lieb­tes Weib!

Es ist doch schon Sonn­tag­mor­gen, da ich Dir schrei­be, Ge­lieb­te. Ganz froh und mun­ter bin ich heu­te, ganz froh, so froh — wie ich es nur sein kann, wenn ich Dich in mei­nem Her­zen weiß, seit Du mein bist, Her­zelein! Du!!! Du!!!!! Ich war doch so müde ges­tern. Und es war so trau­lich bei uns ges­tern abend. Ich habe mich ein bis­sel lang ge­legt, wie ein al­ter Vati, K. hat ge­schrie­ben, H. hat ge­flickt – und Dein Man­ner­li hat vor sich hin­ge­träumt – und hat es dann ver­schla­fen. Wei­ter­le­sen!

04. Dezember 1941

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Don­ners­tag, am 4. De­zem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein liebs­ter [Ro­land]! Ge­lieb­ter Du!!

Die lie­be Son­ne möch­te schei­nen, sie gibt sich die größ­te Mühe durch­zu­drin­gen, durch die di­cken Schnee­wol­ken – ver­ge­bens. Es bleibt bei ei­nem Ver­such nur. Na, ich will ja heu­te so­wie­so nicht drau­ßen her­um­spa­zie­ren, ich sit­ze warm! Doch die lie­be Mutsch ist vor­hin, ½ 2oo [Uhr] wie­der nach Chem­nitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm an­ge­zo­gen. Und vom Bahn­hof bis zum Hau­se des Dr. V. ist es nur eine Vier­tel­stun­de. Wei­ter­le­sen!

04. Dezember 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 4. Dez[ember]. 1941

Her­zelein! Ge­lieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

O Schät­ze­lein! Ganz lieb bist Du heu­te wie­der zu mir ge­kom­men! Hast mir so­viel fFreu­de ge­bracht! Ge­lieb­te! Hast im­mer so lieb und treu mein ge­dacht – so treu! Her­zelein! Von Dir kommt mir die höchs­te Freu­de! Du! Du! kannst mich am meis­ten und tiefs­ten froh und glück­lich ma­chen – mit Dei­ner Lie­be! Oh Du! Ich füh­le Dich an mei­ner Sei­te, ganz froh, und stolz, und glück­lich! Füh­le die Wär­me und den Son­nen­schein dei­ner Lie­be – so be­le­bend, kraft­s­pen­dend! Wei­ter­le­sen!