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[OBF-381114-002-01]
Briefkorpus

Oberfrohna, am 14. Nov. 1938.

Lieber [Roland]!

Ich danke Ihnen herzlich für Ihren Brief und die lieben Grüße, die ich heute erhielt. Die Freude war doppelt groß, als Sie mir sogar schriftlich bestätigten, daß Sie meiner gestern fleißig gedachten. Nehmen Sie dies als Gegenleistung! Ich möchte bei Ihnen keine Sorge aufkommen lassen — bitte, gedulden Sie sich, am Mittwoch schreibe ich Ihnen ausführlich. Es ist fast 700 [Uhr] und ich en[td]eckte, als ich heimkam, im Briefkasten die dringende Einladung zur Singstunde. Am Sonntag will er singen lasse[n] u. seit ich zuletzt bei Ihnen war, hatten wir keine Stunde wieder. Eigentlich geschähe ihm recht, wenn wir ihn auch mal sitzen ließen. Doch ich bring's nicht fertig, das Pflichtbewußtsein regt sich immer; bei dem jetzigen Zustand kommt es auf jeden an, daß sich der Zusammenhalt des Vereins wenigstens nach außen hin erhält. Ich muß Ihnen das erzählen. Und morgen bin ich g[e]rad im Kränze die Gastgeberin, ich möchte den Mädels nicht absagen. Gestern war ich mit den Eltern spazieren. Sie werden nicht bös sein, wenn's diesmal etwas länger dauert, ja? Ich wünsche Ihnen recht frohe Stunden mit Ihren Lieben, ich denke, daß Sie bis Mittwoch bleiben.— Nun Schluß, die Zeilen müssen noch mit auf den Weg u. morgen in Ihren Händen sein. Behüt Sie Gott!

Bleiben Sie gesund lieber [Roland] u. seien Sie recht herzlich gegrüßt von

Ihrer [Hilde].

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Autor Hilde Nordhoff
Korrespondenz Oberfrohna
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Hilde Nordhoff

Foto von Hilde Nordhoff. Nahaufnahme, Person im Sommerkleid, im Hintergrund Bäume.
Ba-OBF K01.Ff2_.A12. Hilde Nordhoff, 1940, Oberfrohna, Fotograf unbekannt, Ausschnitt aus Fotoalbum.

Hilde Nordhoff wurde 1920 als Hilde Laube in eine Arbeiterfamilie in Oberfrohna, eine Kleinstadt in Sachsen, hineingeboren. Sie arbeitete ein Jahr lang als Hausangestellte, dann in einem Trikotagenwerk.

Sie kannte Roland Nordhoff aus der Kantorei in Oberfrohna und trat sogar der evangelischen

Über die Korrespondenz

Oberfrohna

Fotografie des Brautpaars Nordhoff am Tag ihrer Hochzeit vor dem Portal der Kirche.

Das Konvolut aus Oberfrohna befindet sich gut erhalten in privaten Händen in Deutschland. Es umfasst 24 Aktenordner mit ca. 2600 Briefen, die zwischen 1 und 20 Seiten lang sind. Der Briefwechsel beginnt im Mai 1938 und dauert, mit einigen kurzen (Urlaubs bedingten) Unterbrechungen, bis Februar 1946