11. Oktober 1941

T&Savatar[411011-​1-​1]

Sonn­abend, den 11. Ok­to­ber 1941

Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se im­mer zie­he, muß­te ich ab­le­gen. Der Spieß hält frei­en Nach­mit­tag. Zum ers­ten Male, seit ich hier bin, ha­ben wir die Ar­beit ein­ge­holt. Und so ha­ben wir in der Schreib­stu­be auch frei tan­zen. Die jun­gen [sic] ha­ben sich schon ver­tru­belt [sic]. Ich sit­ze schon eine gan­ze Wei­le al­lein. Das ryth­mi­sche [sic] Rau­schen des Mee­res ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schwer wur­den mir die Au­gen­de­ckel, und so habe ich sie auch ru­hig ein Vier­tel­stünd­chen fal­len las­sen. Aber nun will ich Dein den­ken, gleich ein bis­sel auf Vor­rat. Wei­ter­le­sen!