9. Oktober 1941

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Don­ners­tag, am 89. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du!! Mein ge­lieb­ter, liebs­ter [Ro­land]!

Heu­te woll­te es doch über­haupt nicht Tag wer­den, der Him­mel ist ganz zu­ge­hängt mit di­cken, grau­en Wol­ken. Und ich habe bis in die 9. Mor­gen­stun­de Licht ge­brannt. Weil ich mir sonst nichts vor­neh­men konn­te, be­gann ich gleich mit dem Rei­ne­ma­chen in der Kü­che und nun bin ich auch fer­tig da­mit. Fein! Da habe ich mor­gen et­was we­ni­ger. Auf den Post­bo­ten habe ich heu­te ver­geb­lich ge­war­tet, er ging vor­bei. Na, aber mor­gen kommt er ge­wiß wie­der zu mir! Wei­ter­le­sen!

9. Oktober 1941

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Don­ners­tag, den 9. Okt. 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Ge­lieb­tes Weib!

Mein Her­zelein braucht doch ein Tränk­lein! Das schick[‚] ich ihm hier. [Es] Ist aber kein Schnaps – mein lie­ber Süf­fel! [Es] Ist für die lan­gen Haa­re – auf dem Kop­fe, hörst?! Und die lan­gen Haa­re sind für den Kno­ten – nicht für die Sche­re des Haar­for­mers – hörst auch das?! Wei­ter­le­sen!

9. Oktober 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 9. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Zwei Tage ließ Dein Bote auf sich war­ten – heu­te ist er nun wie­der zu mir ge­kom­men und bringt mir so­viel Freu­de und Lie­be in Wort und Bild – ach, Ge­lieb­te, und auch Sehn­sucht, die Sehn­sucht weckt – und nun sind es heu­te doch erst 14 Tage, daß ein un­er­bitt­li­ches Schick­sal [mich] von Dei­ner Sei­te ent­führ­te, 2 Wo­chen erst, und ich mein­te doch auch fast, es wä­ren schon bald Mo­na­te! Sei für Dein lie­bes Ge­den­ken viel­lieb be­dankt! Wei­ter­le­sen!