02. October 1941

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Don­ners­tag, den 2. Ok­to­ber 1941

Herz­lieb! Her­zens­schät­ze­lein!

Zwei lie­be Bo­ten sind ge­kom­men! Hab[‚] Dank! Hab[‚] viel­lie­ben Dank, Du!!

Ich komm[‚] Dir nur ei­nen ganz kur­zen Gruß jetzt sen­den – heu­te abend will ich Dir län­ger schrei­ben. Uns[e]re Bude ist ent­wanzt, und nun müs­sen wir fein schnell noch rei­ne und al­les wohn­lich ma­chen. Ein ganz ro­hes Vers­lein, das mich heut[‚] nacht in ei­ner wa­chen Stun­de be­weg­te, will ich Dir schrei­ben: Wei­ter­le­sen!

02. Oktober 1941

T&Savatar[411002-​1-​1]

[Thes­sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 2. Okt. 41

Herz­al­ler­liebs­te!

Hier mei­ne ers­te Sen­dung. [Du] Mußt recht bald ein paar Käst­chen schi­cken, da­mit ich das üb­ri­ge auf­ge­ben kann. Zu­erst die Sei­de zum Män­tel­chen, da­mit mein Herz­lieb recht bald zu ei­ner war­men Hül­le kommt, daß nichts er­friert und ein­friert im kal­ten Win­ter. Wei­ter­le­sen!

02. Oktober 1941

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[Sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 2. Okt. 1941

Mein lie­bes teu­res Herz! Ge­lieb­tes Weib!

Nun ist wie­der Abend, Fei­er­abend auch. Ein schö­ner Tag mit wol­ken­lo­sem Him­mel geht zu Ende. Aber vom H [sic] Mee­re her ging eine küh­le Luft und nach Son­nen­un­ter­gang wird es sehr kühl. Den gan­zen Nach­mit­tag ha­ben wir der Son­ne uns[e]re Bal­kon­tür ge­öff­net, aber nun habe ich sie schleu­nigst ge­schlos­sen. So ha­ben wir uns für den Abend schö­ne Wär­me ein­ge­fan­gen. Scharf und dun­kel trat das Ge­bir­ge her­vor heu­te abend mit dem Olymp. Er trägt schon eine Schnee­hau­be. Wir fürch­ten den Win­ter nicht. Alle Schei­ben sind ein­ge­zo­gen. Ein nied­li­ches Öf­chen mit lan­gem Rohr harrt der Be­nut­zung. In der Schreib­stu­be ne­ben­an steht ein grö­ße­rer, leis­tungs­fä­hi­ger, von des­sen Wär­me auch wir ein we­nig pro­fi­tie­ren wer­den. Wei­ter­le­sen!

02. Oktober 1941

[411002-​2-​1]

Don­ners­tag, am 2. Ok­to­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]! Ge­lieb­ter!

Zu­erst muß ich mir et­was von der See­le schrei­ben, Du!! Ich habe ges­tern ge­lo­gen. Wirst Du böse sein? Du?!! Uns feh­len ein Paar Schlüs­sel, Du weißt, und ich habe in uns[e]rer Woh­nung al­les und alle Ecken durch­sucht, ich kann sie nir­gends fin­den. Und weil ich auch nun das um­ständ­li­che Auf­ein­an­der­war­ten we­gen der Schlüs­sel satt hat­te, bin ich zum Schlos­ser ge­gan­gen und habe mir paar neue ma­chen las­sen. Wei­ter­le­sen!