30. September 1941

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Dienstag, am 30. September 1941.

Herzensschätzelein! Mein geliebter [Roland]! Du!!!

Eben bin ich mit meiner Arbeit fertig, habe mich gewaschen und umgezogen und nun will ich zuerst Dein denken, Du! Was wirst [Du] denn jetzt machen um diese Stunde? Es wird gleich 1400 [Uhr] sein. Ob Du wohl Mittagsruhe hältst? Ach, ich wüßte es doch soo gerne! Gleich käme ich einmal ganz leise hin zu Dir, um nachzuschau[e]n, ob mein Herzlieb auch schön zugedeckt ist und schläft! Geliebter! Mein [Roland]! Ach Du, wie lieb ich Dich habe!!! Soooooo sehr lieb!!!!! Nun hast Du die erste Nacht wieder in Deinem Bettlein geschlafen, das Köpfchen nach der Richtung zu mir hin gewandt, ja Du? Und ich drehe mich Dir zu!! Ganz lieb habe ich Dein gedacht gestern abend vor’m Einschlafen – ach, ich meine, daß Du es gefühlt hast. Nach ½ 10 [Uhr] abends bin ich schlafen gegangen. Weiterlesen!

30. September 1941

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[Thessaloniki] Montag, den 29. Sept. 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebtes Weib!

Ist es denn wirklich möglich, daß nun das Meer, das Ägäische, wieder heraufrauscht? Daß ich nun diese Stadt wiedersehe, Saloniki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die vergangenen Tage? Ich weiß nicht. Traumhaft erscheint alles. Nur, welcher Traum der schönere war, das weiß ich, Du! Du!!! Weiterlesen!

29. September 1941

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Montag, am 29. September 1941.

Herzallerliebster mein! Du!! Mein lieber, liebster [Roland]!

Heute beginnt die erste Woche ohne Dich, Du!! Montag ist. Und übermorgen fängt schon der neue Monat an, Oktober. Die Zeit läuft unaufhaltsam weiter – sie läßt sich nicht aufhalten. Und das ist auch gut so, Du!!! Weiterlesen!

28. September 1941

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Sonntag, am 28. September 1941.

Herzallerliebster! Mein lieber, liebster [Roland]!

Der erste Sonntag allein – o ja, Herzlieb! Ich habe es gespürt, wie allein ich heute war.

Aber ich will nicht klagen, Du! Die lieben Eltern hatte ich ja bei mir, – und ich weiß genau, daß sie mich heute mitnahmen, um mir mein Alleinsein zu nehmen, daß [sic] ich noch so sehr fühle nach diesen wenigen Tagen Deiner Abreise. Ach Du! Mein Herz ist noch so wund, ich könnte laut schreien vor Sehnsucht nach Dir, Geliebter! Und ich weiß doch genau, daß uns[e]re schöne Zeit zu Ende ist, daß sie einer langen Wartepause Platz machen mußte. Die Pause muß ja sein – Du! – sonst kann ja kein neuer Urlaub kommen! Ach, ich zwinge mich mit aller Gewalt zur Vernunft, Herzensschätzelein! Ich will mir nichts merken lassen – vielleicht sieht mir Mutsch doch meine Ruhelosigkeit an den Augen ab. Weiterlesen!

28. September 1941

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Sonntag, den 28. Sept. 1941

Herzallerliebste!

Du meinst mich vielleicht schon wieder an Ort und Stelle, aber jetzt sitze ich erst im Zuge nach Saloniki – also hab[‘] ich die letzte Etappe vor mir. Es ist ein Kampf um jeden Platz, und hier bin ich wieder erst mit dem zweiten Zug zurechtgekommen – ich habe aber einen guten Platz. Weiterlesen!