23. August 1941

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Sonn­abend, den 23. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te mein!!!

Dein lie­ber, lie­ber Bote von Sonn­abend ist zu mir ge­kom­men. Sei viel­lieb be­dankt, Herz­lieb mein! [Du] Kannst Dir den­ken, was mich nun am meis­ten be­wegt? Ge­lieb­tes Weib! Du, mei­ne [Hil­de]! Ach, ich wer­de ja nicht eher wie­der ganz ru­hig wer­den, eh[‘] Du mir nicht ge­schrie­ben hast von Dei­nem schwe­ren Gang, eh[‘] ich nicht wie­der bei Dir bin und in Dei­ne lie­ben Au­gen schaue. Ach Ge­lieb­te, Du, mei­nes Her­zens Ver­trau­te und de­ren gan­zes, letz­tes Ver­trau­en ich be­sit­ze, ich will ver­su­chen, Dir zu sa­gen, was das Man­ner­li be­wegt dar­um, und ich weiß, Du wirst mich ver­ste­hen, wo die Wor­te ih­ren Dienst ver­sa­gen – so wie ich Dich in al­lem ver­ste­he, was Du mir dazu schreibst. Ja, Herz­lieb, ich ver­ste­he Dein Han­deln, ver­ste­he Dei­nen Ent­schluß. Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Frei­tag, den 22. Au­gust 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Herz­lieb! Ge­lieb­te Mein!

Letz­ter frei­er Nach­mit­tag heu­te – vor der gro­ßen Rei­se – in der nächs­ten Wo­che will ich ihn doch gleich noch mit dran­hän­gen an den Ur­laub, da­mit ich schon am Nach­mit­tag fah­ren kann. Wenn das mög­lich ist, geht mei­ne Rei­se über Bel­grad – Agram – Graz – Mün­chen – Hof. In Mün­chen soll der Zug am zwei­ten Tage 1918 [Uhr] ein­tref­fen. Nach mei­nem Fahr­plan geht es dann 2130 [Uhr] wei­ter in Rich­tung Chem­nitz, wo ich schon ge­gen 6 Uhr mor­gens ein­tref­fe. [Es] Kann also sein, daß mein Te­le­gramm in Mün­chen auf­ge­ge­ben ist – und te­le­fo­nie­ren, kann ich denn das schon so früh? Du! Mein Herz­lieb wird schon mun­ter sein – ist ja im­mer mun­ter, wenn das Man­ner­li ge­guckt [sic] kommt! Na, wir wer­den schon se­hen. Herz­lieb! Kannst [Du] Dir den­ken, daß das Man­ner­li schon ein bis­sel vom Rei­se­fie­ber ge­packt ist? [Das] Äu­ßert sich in der Freu­de, die nun kaum noch zu hal­ten ist. Wei­ter­le­sen!