4. August 1941

Mon­tag, den 4. Au­gust 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

End­lich sind wie­der zwei lie­be Bo­ten ge­kom­men, die von Mon­tag und Diens­tag. 3 ste­hen also noch aus: die vom 23.[,] 26. und 27. Juli. Weißt, wenn ich den­ke, es könn­te je­mand uns[e]re Post steh­len, bei Dir zu Haus, oder un­ter­wegs, oder hier bei uns, da könn­te mich eine mäch­ti­ge Wut pa­cken. Aber zu­nächst ha­ben wir da­für kei­ner­lei An­halts­punkt und zu die­ser An­nah­me gar kei­nen Grund – wir müs­sen war­ten. Nimm nur nicht mehr die ge­rin­gen Um­schlä­ge, die kom­men be­schä­digt hier an, me­schan­tes Zeug – und schrei­be mei­ne An­schrift im­mer recht deut­lich, auch die Feld­post­num­mer! Ja? Du!!! Und laß nun vor­erst mal ge­nug sein mit blau­en [Geld­schei­nen] – Du! Meinst es zu gut jetzt. Wo­hin soll ich mit all dem Se­gen? Den Vor­schlag K. habe ich doch auch ge­macht – wie­der mal gleich­zei­tig mit Dir? Ul­kig, ul­kig! Wei­ter­le­sen!

04. August 1941

[410804-​2-​1]

Mon­tag, am 4. Au­gust 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter mein!! Du!!! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Du!!! Ob mir wohl mein Herz­lieb böse ist?

So lan­ge schwieg ich! 2 Tage habe ich nicht ge­schrie­ben! Ge­lieb­ter!! Laß Dir nun heu­te, da ich wie­der da­heim bin er­zäh­len. Am Sonn­abend­mor­gen kurz vor 800 [Uhr] sind wir mit dem W. Bus bis zum Bahn­hof ge­fah­ren. Das Wet­ter war aus­ge­sucht schön. Be­la­den mit dem Kinder[s]tühlchen, der Bow­le, ei­nem Kof­fer und den 2 Zu­cker­tü­ten, zo­gen wir los! Kurz vor ½ 1000 [Uhr] lang­ten wir in G. an. Man er­war­te­te uns schon mit dem Wa­gen an der Bahn. Wei­ter­le­sen!