26. August 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Diens­tag, den 26. Aug.[ust] 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­l­ein! Du! Du!!!

Wel­ch lie­ber, lie­ber Bote ist heu­te zu mir ge­kom­men! Wie  strahlt es mir von Lie­be und Freu­de, von Seh­nen und Ju­beln – Ge­lieb­te! Ge­lieb­te!!! So­o­viel Freu­de in Dir, so­o­viel Er­war­tung! Ach Du!!! Du!!!!! So rein und lau­ter und gläu­big, so tief und heiß kommt sie mir ent­ge­gen, so fes­ter Zu­ver­sicht, so un­be­sieg­bar – Dei­ne un­end­li­che Lie­be!!!!! !!!!! !!! Herz­lieb! Du wirst mich fest­hal­ten, ganz fest­hal­ten, mit bei­den Hän­den heiß mich um­schlin­gen, un­ser Glück zu krö­nen – aus­zu­trin­ken den Brun­nen des Glücks, den Be­cher se­li­ger Freu­de zu lee­ren bis auf den Grund – und ich? ich wer­de bei Dir blei­ben – bei Dir blei­ben ohne Wi­der­stre­ben – bei Dir blei­ben!!! bei Dir blei­ben!!!!! !!!!! !!! Du! Oh Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

25. August 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 25. Au­gust 1941

Herz­al­ler­liebste! Mein lie­bes, teu­res Weib! Du!!! Du!!!!!

Ges­tern kam kein Bote von Dir. Und heu­te kam zu mir Dein lie­ber Bote vom Diens­tag. Oh Ge­lieb­te! Wie glück­li­ch machst Du mich da­mit!!!!! Mei­nen Ge­dan­ken von ges­tern – heu­te läßt Du ihn zur Tat wer­den, frü­her, als ich ihn dach­te: Ich kann Dir nichts ver­heim­li­chen, und sei es auch nur et­was aus Lie­be – ich muß Dir al­les sa­gen, was mich be­wegt.“ Oh Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wie sooo lieb hast Du mich! Wie bist Du mir ganz zu Ei­gen!!! Wie tief, tief be­glück­st Du mich mit Dei­nem Ver­trau­en! Oh Herz­lieb! Mein lie­bes, teu­res Weib!!! Wei­ter­le­sen!

24. August 1941

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Sonn­tag, den 24. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­te!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb ne­ben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel nä­her – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­ze­l­ein! Ich möch­te Dir ganz lieb et­was sa­gen. Wirst [Du] mir fein zu­hö­ren? Das Man­ner­li wird erst am Diens­tag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‘] jetzt – oder sei es und grol­le mir – Dein Man­ner­li ist ja schon auf dem Weg zu Dir in die­sem Au­gen­bli­ck. Und mor­gen, Sonn­tag, wo es bei Dir ein­keh­ren woll­te, da ist es Dir schon so viel nä­her. Und noch ein­mal schla­fen, Mon­tag, da soll doch schon das Te­le­gramm kom­men – und dann dau­ert es gar nim­mer lan­ge. 48 Stun­den nur mehr Ge­duld, Herz­lieb – das Man­ner­li auch! Und war­um? Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Sonn­abend, den 23. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebste mein!!!

Dein lie­ber, lie­ber Bote von Sonn­abend ist zu mir ge­kom­men. Sei viel­lieb be­dankt, Herz­lieb mein! [Du] Kann­st Dir den­ken, was mich nun am meis­ten be­wegt? Ge­lieb­tes Weib! Du, mei­ne [Hil­de]! Ach, ich wer­de ja nicht eher wie­der ganz ru­hig wer­den, eh[‘] Du mir nicht ge­schrie­ben hast von Dei­nem schwe­ren Gang, eh[‘] ich nicht wie­der bei Dir bin und in Dei­ne lie­ben Au­gen schaue. Ach Ge­lieb­te, Du, mei­nes Her­zens Ver­trau­te und de­ren gan­zes, letz­tes Ver­trau­en ich be­sit­ze, ich will ver­su­chen, Dir zu sa­gen, was das Man­ner­li be­wegt dar­um, und ich weiß, Du wirst mich ver­ste­hen, wo die Worte ih­ren Dienst ver­sa­gen – so wie ich Dich in al­lem ver­ste­he, was Du mir dazu schreib­st. Ja, Herz­lieb, ich ver­ste­he Dein Han­deln, ver­ste­he Dei­nen Ent­schluß. Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Frei­tag, den 22. Au­gust 1941

Her­zens­schät­ze­l­ein! Herz­lieb! Ge­lieb­te Mein!

Letz­ter frei­er Nach­mit­tag heu­te – vor der gro­ßen Rei­se – in der nächs­ten Wo­che will ich ihn doch gleich noch mit dran­hän­gen an den Ur­laub, da­mit ich schon am Nach­mit­tag fah­ren kann. Wenn das mög­li­ch ist, geht mei­ne Rei­se über Bel­grad – Agram – Graz – Mün­chen – Hof. In Mün­chen soll der Zug am zwei­ten Tage 1918 [Uhr] ein­tref­fen. Nach mei­nem Fahr­plan geht es dann 2130 [Uhr] wei­ter in Rich­tung Chem­nitz, wo ich schon ge­gen 6 Uhr mor­gens ein­tref­fe. [Es] Kann also sein, daß mein Te­le­gramm in Mün­chen auf­ge­ge­ben ist – und te­le­fo­nie­ren, kann ich denn das schon so früh? Du! Mein Herz­lieb wird schon mun­ter sein – ist ja im­mer mun­ter, wenn das Man­ner­li ge­guckt [sic] kommt! Na, wir wer­den schon se­hen. Herz­lieb! Kann­st [Du] Dir den­ken, daß das Man­ner­li schon ein bis­sel vom Rei­se­fie­ber ge­packt ist? [Das] Äu­ßert sich in der Freu­de, die nun kaum noch zu hal­ten ist. Wei­ter­le­sen!