22. Juni 1941

T&Savatarsm[410622-​2-​1]

Sch., am 22. 6. Sonn­tag 1941.

Ge­lieb­ter! Mein [Ro­land]!

Oh Du!! Wo soll ich denn zu­erst be­gin­nen? Soo viel stürm­te heu­te auf mich ein. Du!! Du!! Freu­de, die mich er­füllt, die sich Dir kund tun will – Sor­ge, die mich be­drückt, die sich Dir mit­tei­len möch­te. Ach Herz­lieb! Will ich mir doch erst die Sor­ge von der See­le schrei­ben, Du!!! Auch Du wirst heu­te die­sel­be Sor­ge mit mir tei­len. Es geht ja wie­der um un­ser Va­ter­land, um uns[e]re vie­len, tap­fe­ren Sol­da­ten, ach Du!! Wei­ter­le­sen!

22. Juni 1941

T&Savatarsm[410622–1–1]

Sonn­abend, den 22. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de], Du! Ge­lieb­te!!

Wie soll ich Dich trös­ten heu­te? Ge­lieb­te! Wie wol­len wir ein­an­der trös­ten heu­te? Welch schwar­zer Tag! Wenn wir all den Hoff­nun­gen nach­schau­en wol­len, die er zer­brach, all den Ent­täu­schun­gen nach­hän­gen, die er brach­te, dann möch­ten wir schwer­lich ei­nen Trost fin­den. Ach, ich woll­te es doch nicht glau­ben heu­te mor­gen, ich woll­te es nicht glau­ben, d.h. ich woll­te es nicht wahr­ha­ben. Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!