18. Juni 1941

[410618-2-1]

Mittwoch, am 18. Juni 1941.

Mein Herzlieb! Du mein lieber, guter [Roland]!

Heute habe ich nun wieder ausgeschlafen, um 6 [Uhr] früh bin ich aufgestanden. Nachbars Hund (T.!) das olle Biest hat mich schon 3 Nächte hintereinander munter gemacht. Er jault ganz jämmerlich und beißt aus Leibeskräften in den Holzzaun, er will durchbrennen – was denkst Du, wie schaurig das Splittern klingt wenn alles still ist nachts. Ich wollte schon einen Topf Wasser rüber schwippen, doch bis dahin kann ich nicht zielen. Weiterlesen!

18. Juni 1941

[410618-1-1]

Mittwoch, den 18. Juni 1941.

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!!

Der Hubo hat seinen freien Nachmittag heute. Er hat ein wenig Kopfschmerz, eine kleine Erkältung steckt in ihm. Draußen ist es heute kühl und stürmisch, aus Westen bläst der Wind. So bleibe ich am Besten daheim und schone mich – und denke an mein Herzlieb. Ich tat es vorhin schon, als ich mein Mittagsstündchen hielt. Der Kopfschmerz ließ mich nicht schlafen – und so liefen die Gedanken schnell nach Hause – und spazierten in d[en] Landschaften der Heimat – Deiner uns[e]rer Heimat, der lieben, schönen, glückdurchsonnten – wie gerne tun sie das!!! Weiterlesen!