14. Juni 1941

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Sonnabend, den 14. Juni 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!

Weißt [Du], wann es jetzt ist, daß ich Dir schreibe? Des Sonntags in der Morgenfrühe. Die Kameraden schlafen noch. Der Hubo ist ganz leis[‘] aus seinem Bettlein gestiegen, damit sein Herzlieb auch rechtzeitig seinen Gruß und Kuß kriegt. Du! Jetzt[,] da die Post wieder so gut geht, kann man nicht schwindeln und sich herausreden. Denk [nur], 6 oder 7 Tage nur braucht sie jetzt auch zu mir. Fein ist das! Sind doch die Nachrichten nicht ganz überholt und die Kussel [sic] nicht gar so altbacken. [Ich] Will Dir nur gleich ein ganz liebes geben, Du!!! Aber – das Leckermäulchen ist ja noch so tief in die Kissen vergraben – bloß der Haarschopf ist zu sehen. Ein Haar im Kussel, das ist nicht fein. Aber dort unten – schaut das Beinel [sic] [he]raus – das soll das Kussel kriegen! Du!!!!! Weiterlesen!

14. Juni 1941

[410614-2-1]

Sonnabend, am 14. Juni 1941.

Herzallerliebster! Mein geliebtes, teures Herz! Du mein [Roland]!

Eben schlägt die Uhr 3 am Nachmittag, uns[e]re schöne Uhr, Herzlieb! Weißt [Du] denn eigentlich noch, wie sie aussieht? Du! Es ist doch ein Prachtstück, Liebster! Und sie hält jetzt ganz schön Schritt, geht ganz richtig mit der Kirchenuhr. Du hast sie ja so fein eingestellt, als Du bei mir warst! – Wenn Du jetzt in uns[e]re Stube schauen könntest, dann würdest Du vielleicht staunen! Herzlieb! Ich habe nämlich Männerbesuch!! Weiterlesen!