07. Juni 1941

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Sonn­abend, am 7. Juni 1941.

Mein ge­lieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!!

Herz­lieb Du!! Wo­chen­en­de ist heu­te, zur Ab­wechs­lung wie­der ein­mal trü­be und kühl, es tut rich­tig wohl nach den hei­ßen Ta­gen. Wie sehr ich trotz mei­nes fort­wäh­ren­den Wär­me­be­dürf­nis­ses doch ein rech­tes Schat­ten­pflänz­chen bin, das spü­re ich hier wie­der ein­mal ganz deut­lich. Gar so viel Son­ne mag ich nicht. Man ist so müde, ab­ge­spannt, so lust­los an so hei­ßen Ta­gen – und das kann ich an mir gar­nicht lei­den. Heu­te war ich wie­der rich­tig mun­ter – ich mag die Küh­le doch recht gern. Aber Du!! Die Küh­le bei mei­nem Man­ner­li, ich glaub´ – die hät­te ich nicht so ger­ne – Du!!! Oh Du!! Du!! Die wür­de mir weh tun, so bit­ter weh, Ge­lieb­ter!! Aber Du!! Herz­lieb!! Muß ich sie denn fürch­ten, die Küh­le von Dir? Nein!!! Nein!!! Ich glaub’ es nie und nim­mer! Du!!! Wei­ter­le­sen!